Schweizerdeutsch III

Neulich war ich mit jemand im Gespräch, der wie ich VWL Mikroökonomie besucht. Ich habe mir angewöhnt, wenn ich mit Schweizern rede, nach einiger Zeit zu sagen, dass ich auch Schweizerdeutsch verstehe. Nun, das habe ich bei ihm genauso gemacht. Die Antwort war: „Das ist doch unhöflich.“ und sprach wieder hochdeutsch mit mir. Worauf ich dann wirklich meinte, dass ich schon noch verstehen würde. Aber er blieb beim hochdeutschen. Tja, einige wollen halt einfach nicht.

Bei einer anderen Studentin verhielt sich die Sache komplett anders. Als ich ihr erklärte, dass ich sie verstehen würde, sprach Sie direkt mit mir Schweizerdeutsch.  Sie fragte mich dann, wie ich das denn können würde. (Als ob das verstehen so schwer wäre:)) Denn es gäbe ja soo viele Dialekte. Da antwortete ich ihr einfach, dass es auch im Deutschen viele Dialekte geben würde, die man ja auch verstehen könnte.

Wie auch immer. Einige sind recht froh, wenn sie Schweizerdeutsch reden. Und ich finde es schön, denn ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ein Schweizer mit mir hochdeutsch redet. Keine Ahnung wieso, aber ich denke, es ist ja ihre Sprache, mit der sie aufgewachsen sind. So müssen sie nicht „umschalten“, wie sie es oft (und gerne) tun. Bei Engländern englisch, bei Franzosen oder Welschen französisch und bei Deutschen  deutsch.

Ich finde es beeindruckend, wie viele Schweizer wirklich Fremdsprachen affin sind. Es wird hier gefördert und gefordert. Und das finde ich noch beeindruckender.
Luxemburger genauso. Sie wissen ganz genau mit wem sie französisch, mit wem deutsch und mit wem luxemburgisch sprechen können. Viele können alle drei Sprachen plus englisch.
Manchmal komme ich mir wirklich richtig dumm und ungebildet vor, wenn ich höre wie viel Sprachen einer kann. Und die können auch noch sprechen. Denn aktiv und passiv ist ein grosser Unterschied. Ich versuche mich dann immer zu entschuldigen, dass ich nicht so viel französisch hatte und in englisch eine Pause von einmal drei Jahren und dann nochmal ein Jahr. Aber ich bin gerade dabei französisch zu lernen. Es gestaltet sich nur schwieriger, da ich mich irgendwie nicht traue irgendwas zu sagen. Ich habe immer das Gefühl, dass mich keiner versteht und dass man mir meinen Akzent raus hört. Obwohl, wenn ich hier an die Post gehe versuche ich schon noch französisch mit der hinter den Tresen zu reden. Und bin immer ganz froh, wenn ich es „hinter“ mich gebracht habe. Auch bin ich immer verwundert, dass sie mich verstehen. Aber dafür braucht man auch nicht so krasses französisch. Nötig ist da ja nur: „Ich würde gerne diesen Brief verschicken lassen.“ Dann kommt eine Zahl und fertig.

Mehr zu schweizerdeutsch:
Schweizerdeutsch I
Schweizerdeutsch II

Advertisements

4 Kommentare zu „Schweizerdeutsch III“

  1. Pingback: Eva
  2. Pingback: Eva
  3. Interessant, was du schreibst. Allerdings ist es doch kein Problem französisch zu sprechen, auch wenn du Fehler machst. Die meisten werden das eher mit Anerkennung honorieren, dass du versuchst íhre Sprache zu lernen. Und ein Akzent kann auch sexy klingen. Du machst dir zuviel Kopf.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s