Beziehungen

Beziehungen sind manchmal richtig schwer. Liebe und Freundschaft allerdings auch. So gern man mit seinem ganzen Kopf rational den Partner den Laufpass geben will, kann man es nicht. Denn da funkt das Herz dazwischen und meldet sich auch zu Wort. Und diese Kopf-Herz-Systematik ist nicht wirklich produktiv. So weiss man hundertprozentig, dass der Kerl für einen nicht gut ist, aber man kann doch nicht ohne ihn. Warum nur?
Warum kann man nicht einfach das Herz ausschalten und sagen, fuck off.
So bekomme ich von meinem Exfreund noch SMS, in denen er sagt, das er mich toll und intelligent findet. Allerdings ist er in einer anderen Beziehung.
Was sich vielleicht komisch anhört, wir beide haben noch Kontakt.
Kurz nachdem wir beide aus Vernunft (ich weiss nicht mehr, wer) durch die Entfernung Schluss gemacht haben, hatten wir relativ viel Kontakt. In der Zeit danach schrieb er immer wieder kleine Liebeserklärungen. Die wollte ich allerdings nicht mehr haben, da wir uns ja getrennt hatten. Für mich war das so einfacher, weil ich einfach nicht mehr darüber nachdenken wollte. Für ihn war es allerdings schwieriger, da er immer wieder von der Beziehung angefangen hatte. Ja, ich weiss, das hört sich hart und als eine etwas männliche Einstellung an. Ob es geholfen hat, weiss ich allerdings nicht.
In der Beziehung waren unsere Rollen auch immer verteilt. Er wollte von mir hören, dass ich ihn liebe, aber ich habe ihm das nur gezeigt. So bin ich für ihn Einkaufen gegangen und habe ihn immer wieder angerufen, ob wir uns sehen können.
Jetzt hat er eine Freundin, die ihm das alles geben kann, was er braucht. Sie sagt ihm, dass sie ihn liebt.
Früher war ich immer der Einstellung, dass man das nicht braucht. Warum sagen, dass man den anderen liebt, wenn man ihm das zeigen kann. Wozu Worte „verschwenden“?
Nun, jetzt weiss ich, dass ich auf ihn eingehen hätte müssen. Naja, aber wozu? Er war ja nur drei Monate hier? Was hätte das alles gebracht? Etwas mehr Emotionen investieren und dann mit einem gebrochenen Herzen enden?
Vielleicht haben wir die nicht vorhandene Beziehung über die Zeit weitergeführt. Da wir uns immer wieder bei freier Zeit gesehen haben. So ging ich zu ihm und habe seine komplette Familie kennengelernt und war auf der Hochzeit seines besten Freundes.
Und es endet doch immer mit schlaflosen Nächten, einer Flasche Wein und vielen Gedanken.

Aber da ich nun wieder frei bin mache ich eine Anzeige:
„Suche jemand, der Schuhgrösse 42 hat und mit mir Schuhe tauschen will.“
Ich hasse nämlich Schuhe kaufen. Er sucht sie aus und ich kann sie anziehen.
Praktisch, faktisch, gut.

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