Schweizerdeutsch VI

Deutsch ist eine schwere schwere Sprache und die hier muss man richtig lernen. So gibt es bestimmte Ausdrücke, die man nur hier sagten kann.

„Hässlich“ kann hier zum Beispiel nicht nur ein Kleid oder eine Person sein, sondern auch ein Geschmack. Denn es schmeckt einfach „hässlich“.

So „tönt“ es für Schweizer und es „hört“ sich nicht an. „Es tönt hässlich“ (viele Schweizer sagen das von sich selber, wenn sie Hochdeutsch reden).

Auch kleine Dinge wie der/die/das ist hier unterschiedlich. Es heisst „das Tram“ und nicht die. Hier wollten mir Schweizer das nicht glauben und haben mich damit aufgezogen. Ja, auch für die tönt es hässlich, wenn wir Deutschen andere Ausdrücke benützen.

Man „geht“ praktisch über all hin. „Gehen“ ist das äquivalent zu „fahren“. Keiner wird hier sagen, dass er gerade irgendwohin fährt. Wenn ein Deutscher „geht“, dann „läuft“ ein Schweizer, und wenn ein Deutscher „läuft“, dann  „rennt“ ein Schweizer. Man kann allerdings auch „zu Fuss gehen“ aber das ist eher selten. Auch kann man „spazieren“ sagen, aber das ist dann wiederum eher „langsam durch die Gegend gehen“.

Wenn man gerade jetzt, wo es wieder heisst wird, ein Eis haben will geht man zu einem „Glacé-Verkäufer“. (Es gibt hierbei auch verschiedene Aussprachen. So kann man das „g“ , oder das „la“ betonen. Meistens ist es das „G“)
Wenn man Glacé mit Sahne haben will, kann man allerdings auch „(die) Nidel“ sagen. Allerdings habe ich das noch nicht gehört. Öfters habe ich gehört, dass man diese mit Rahm haben will.
Wenn man allerdings Rahm haben will heisst es „Süssrahm“. Denn Rahm gibt es hier in erdenklichen Variationen: Halbrahm und Vollrahm. Da hab ich so meine Probleme für was ich die vielen Variationen überhaupt brauche. Denn die unterscheiden sich nur im Fettanteil.

Auch beim Obst gibt es kleinere Unterschiede. Die „Zucchini“ heisst hier „Zucchetti“. Und „Paprika“ sind hier „Peperoni“. Wenn man hier allerdings „Peperoni“ kaufen will, dann will man „Paprikaschoten“.

Auch bei der Rechtschreibung gibt es Unterschiede. So gibt es kein ß (scharfes s). Es gibt hier nur doppel-s (ss). Mittlerweile habe ich mich so an dieses doppel-s gewöhnt, dass ich nur noch danach schreibe. Das geht erstens viel schneller und auf der Schweizer Tastatur gibt es kein ß. Man sieht daher Strassenschilder, auf denen es heisst „Strasse“ und nicht „Straße“.

So nun, hoffe ich, dass ich euch etwas aufgeklärt habe und die Schweizer Sprache (ja man schreibt das „S“ nach Schweizer Rechtschreibung gross – ich weiss nicht warum, aber es ist so) etwas näher gebracht habe.
Wie alles angefangen hat:
Schweizerdeutsch I
Schweizerdeutsch II
Schweizerdeutsch III
Schweizerdeutsch IV
Schweizerdeutsch V

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7 Kommentare zu „Schweizerdeutsch VI“

  1. Hab mich kurz auf Deinem Blog umgesehen, teilweise grandiose Sachen. Allen voran die Rubrik Schweiz, die feinen kulturellen Unterschiede bemerkt man wohl nur als „Ausserhalbgeborgener“ 😉

      1. Es soll heissen dass egal wie Sinnlos dir manches vorkommt, du es immerhin versucht hast und es war besser wie nix.
        Im Alltag kannst du den Spruch zwar nicht so offt sagen, aber wenn er dann doch mal passt, dann wirst du schmunzeln und es als einzigster verstehen. Sozusagen als „Inseider“, bis du es den anderen erkärt hast. Versuch es einfach mal aus 😉

  2. Ich weiß mein Kommentar kommt reichlich spät aber ich habe erst jezt Deinen Blog entdeckt und das über die Schweiz gelesen. Ich finde das kleine verträumte Land einfach super, denn ich bin auch zu 50% Schweizerin. Mal kucken ob Du mit dem Spruch was anfangen kannst, dass hat meine Mutter mal zu mir gesagt und ich bin fast geplatzt vor lachen:“ Gäng söfu, häts Lieslie gseid wos ins Mähr bissled hät“!

    1. Dann übersetzte ich einfach mal: ” Gäng söfu, häts Lieslie gseid wos ins Mähr bissled hät”
      „Immer trinken, hat Lieslie gesagt, als sie auf die Wiese (?) gebiesselt hat.“
      Dann hoffe ich, dass ich richtig bin.

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