Schweizerdeutsch VII

Wie oft habe ich eigentlich schon gesagt, dass ich das Schweizerdeutsche mag? Zu lange in München und ich vermisse die Sprache irgendwie.
Leider bekomme ich wirklich viel zu wenig schriftliches, sei es nun SMS oder E-mail, auf Schweizerdeutsch. Denn das eine ist es zu verstehen und das andere flüssig zu lesen.
Wer mir immer noch nicht glaubt, dass es eine eigene Sprache ist hier der Gegenbeweis:

Jo, s’got me guet. Merci velmol förs froge. I 2 woche hani weder meh zit. Wemmer öpis abmache?“ (Lozäärner Dialekt)
Ja, es geht mir gut. Vielen Dank fürs Fragen. In zwei Wochen habe ich wieder mehr Zeit. Wollen wir etwas abmachen?

du hesch immer gmeint du sigsch di beschti
Du hast immer gemeint, dass du die Beste bist

u chönsch mit mer mache wies der gfaut
und du könntest machen mit mir, wie es dir gefällt

du hesch immer gmeint das ig i chnöi göi
du hast immer gemeint, dass ich auf die Knie gehe

u dä bi wo z‘letscht de d’rächnig zaut
und ich derjenige bin, der zuletzt die Rechnung zahlt

du bisch immer die gsi wo gäng rächt het
du bist immer diejenige gewesen, die Recht gehabt hat

oder hesch es mindistens geng gmein
oder hast es mindestens gemeint

hesch immer gseit was guet oder was schlächt isch
hast immer gesagt, was gut ist oder was schlecht ist

u wos mit üs zwöi düregeit
und dass es mit uns zwei nicht mehr weitergeht.

(Bärner Dialekt; so hoffe ich doch mal)

Wobei „düregeit“ auch durchgehauen, durchgefallen heissen hätte können. (macht aber im Kontext irgendwie keinen Sinn)
Mehr oder weniger ist das die Übersetzung, obwohl ich mir bei „düregeit“ nicht ganz sicher war. Doch so müsst das im Kontext stimmen, denn die beiden sind nicht mehr zusammen.

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9 Kommentare zu „Schweizerdeutsch VII“

  1. Hallo Eva,
    verfolge Deine Serie zum Thema Schweizerdeutsch schon eine Weile sehr interessiert. Ich mag‘ diesen Dialekt sehr, kommt symphatisch ‚rüber. Es gibt da so einen Song da singt der deutsche Künstler Ganjaman im Duett mit dem Schweizer Phenomden, jemand hat seinen Part bei mir im Kommentarbereich ins Hochdeutsche übersetzt. Kannst ja mal einen Blick drauf werfen: Gib niemlas auf
    Liebe Grüße in die Schweiz
    tom

    1. Das ist zwar nicht so meine Musik, aber die Idee ist richtig cool.
      Man muss es wirklich übersetzten. (viele glauben das auch nicht)
      Mir gefällt auch der Inhalt, der Text.
      Danke dir für den Link.

    1. Die links sind cool.
      Am besten gefällt mir das vom SRF. Da findet man so bestimmte Redewendungen.
      und die beiden anderen sind mal cool kurz nachzuschauen was ein bestimmtes Wort heisst.
      Alle kannst ich gar nicht. Merci vielmals.

  2. Oja, das Schweizerdeutsche vermisse ich auch. Halbes Jahr als Deutscher in der Schweiz gewesen – und schon an diese wunderbare Mundart verloren.

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