Gemeinsame Interessen

Vor ein paar Tagen war ich mit meinem Freund in Montreux bei der Polymanga. Polymanga ist die grösste Veranstaltung in der Schweiz rund um Popkultur, Manga und Videospiele.
Dabei ging es vor allem um Manga und mehr oder weniger grosse Verkaufsräume und viele Events.
Wir waren direkt in der Früh vor Ort und haben für den Einlass etwa zwei Stunden angestanden.
Eigentlich wollte ich noch zu einer der Shows, aber dafür hätte man nochmals anstehen müssen und genau das wollte ich dann auch nicht mehr.
Drinnen angekommen waren viele viele unterschiedlich gut und mehr oder weniger angezogene Mädchen. Dabei habe ich aber die Bedenken, dass viele von denen Mangas zum Vorbild nehmen. So können sich dann unmögliche Schönheitsideale durchsetzten und somit zu Esstörungen führen.
Unter anderem war dort auch ein Stand mit Computerspiele. Man sah direkt, dass dort Mädchen in der Minderheit waren. Vielleicht lag das auch an der Auswahl: Shooter und Horror-Adventure, Jump-and-Run.

Da bin ich mal wieder in einem Dilemma, denn für Manga und Cosplay interessiere ich mich nicht. In diesem speziellen Interessensgebiet würden noch viele Frauen oder Mädchen geben.
Im Bereich Computerspiele hat sich das Interesse bei Frauen einfach noch nicht direkt durchgesetzt.
Früher konnte ich auch nicht in meinem Freundeskreis über das Thema reden, da keine irgendwie schon mal etwas auf dem Gebiet gemacht hat. Technikinteressiert sind sie auch nicht, also fiel schon mal ein sehr grosses Interessensgebiet von mir weg, über das ich mit anderen austauschen konnte.
Und ich kenne mich nicht in den Reality-Shows aus, die irgendwelche Supermodels, Superstars, Talente oder den nächsten Ehemann/Ehefrau suchen. Mühsam ist dies zudem mit mir anzusehen, denn die Shows provozieren mich zu Kommentare, die das Flair kaputt machen. Daran habe ich nicht wirklich Spass. Mir sind die kompletten Shows absolut egal und die Geschichten dahinter sind eh nicht echt, sind gestellt oder aufgebauscht.
Genau daran liegt das Problem, denn es gibt einige Bekannte, die sich das regelmässig ansehen und mitfiebern. Da gehöre ich eben nicht dazu.
Das geht weiter über Liebesfilme- und Komödien, die alle im selben Muster geschrieben sind. Manchmal kann ich mir die noch ansehen, aber so wirklich angesprochen fühle ich mich von denen auch nicht. Deshalb gehöre ich auch bei diesem Thema nicht zur weiblichen Mehrheit.

Wenn man aber wenig Freunde um sich hat, gilt das schnell als etwas abnormales. Freunde um sich zu haben ist aber wichtig. Viele sagen, wenn sich eine neue Beziehung aufbaut fallen Freunde weg. Letztendlich kann das schon stimmen, aber es verändert sich nochmals, wenn man mit dem Freund zusammen zieht. Man geht nicht mehr weg oder trifft sich nur noch mit anderen Paaren. Genau das ist mir aber zu langweilig, denn ich will noch ein getrenntes Leben von meinem Freund.
Im Moment habe ich das nicht, sondern nur das Leben während Vorlesungen und danach. Gerne würde ich zu ein paar Leuten sagen, die ich besser kennen lernen will, ob man auf ein Bier kurz weggehen will.
Dabei will ich aber auch gleichzeitig einen Frauenabend ohne Männer. Genau dieser ist aber schwer zu bekommen, denn ich denke etwas anders als die meisten Frauen, die ich bis jetzt getroffen habe.

Es gibt ein paar Themen, bei denen ich mich nicht so angenommen fühle: Blumen, Geschenke, Einladungen oder Essen-Zahlen. Denn ich halte Blumen zwar für schön, aber überbewertet. Das heisst, wozu Schnittblumen kaufen, wenn sie nach drei Tagen sowieso schon eingehen.
Auch Geschenke sind zwar schön, aber auch der Mann wird ab und an gerne umworben. Das gilt auch bei Einladungen, die nicht immer nur vom Mann ausgehen müssen. Wenn ich selber Geld verdiene, ist es unfair den Mann beim Essengehen meistens zahlen zu lassen.

Die grösste Differenz sehe ich beim Thema Familie und Kinder.
Ich war in einer Gruppe unterwegs und sprachen über Gott und die Welt, dabei kamen wir auf dieses Thema.
Darunter war auch eine ehemalige Kollegin, die einen fünf Jahres-Masterplan bis 30 Jahre hatte. Dazu gehörte auch, bis zu diesem Zeitpunkt das Studium abzuschliessen, einen Mann zu finden und schliesslich ein Kind zu bekommen. Dann wurde ich auch gefragt, wie ich zum Thema stehe. Da ich etwas älter bin, meinte ich, dass ich das bis 30 Jahre nicht hinbekommen werde. Nach dem Studium will ich zuerst Arbeitserfahrung sammeln und dann kommt irgendwann eine Familie. Allerdings ist dies im Moment nicht in meinem Plan und Kinder sind mir dabei nicht so wichtig. Mit der Einstellung war ich ziemlich alleine und fühlte mich ziemlich in die Ecke getränkt.Vielleicht liegt es daran, dass ich meine Meinung sage, die manchmal radikal ist und zudem nicht in der Mehrheit liegt.
Mit keiner aus dieser Gruppe wurde eine nähere Bekanntschaft, die zum weiteren Essengehen reichen würde.

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