Was ich während des Studiums gelernt habe

Während des Studiums lernt man einige wissenschaftlichen Dinge. Doch auch die sozialen Dinge sollten dabei nicht zu kurz kommen. Das sind die sogenannten social skills, die man sich durch universitäre Nebentätigkeiten, Arbeitsgruppen oder Gruppenarbeiten für Seminare aneignen kann. Allerdings werden sie auch im ganzen Uni-Leben gelernt. Ich habe gemerkt, dass meine social skills auch von anderen Personen abhängig sind.

So habe ich gelernt, dass man aus verschiedenen Gründen ausgeschlossen werden kann. So ist die Vertretung der eigenen Meinung, besonders wenn sie entgegen der Mehrheitsmeinung steht, ein Grund. Auch die Betonung, dass man diese Meinung gar nicht teilt, ist nicht förderlich. Ausgeschlossen werden kann man auch, wenn man nicht so arg sportlich ist und damit den Sportbetrieb aufhält.

So habe ich gelernt, dass man durch diese Ausgeschlossenheit alleine ist. Eigentlich ein sehr normaler und logischer Schluss. Allerdings ist man dann der komische Aussenseiter, mit dem man dann lieber doch nicht gesehen werden will. Deshalb versteckt man sich im Bus oder geht auf die andere Strassenseite. Weniger krasse Fälle wären das Nichtbegrüssen auf der Strasse.
Durch die Aussgeschlossenheit gehen dann schliesslich auf einer Party Bekannte (Leute, mit denen schon mal in den letzten zwei Wochen gesprochen hat und im gleichen Seminar / Hobbygruppe sind) aus dem Weg.

So habe ich gelernt, dass man alleine zurecht kommen muss. Dabei besteht der Kreis aus auf Leute zu gehen, von denen man weiss, dass sie nicht weggehen; sprechen (womöglich nicht in den eigenen Freundeskreis einführen, sonst entsteht wieder eine Art Beziehung / friends with benefit hinter dem Rücken) und nicht mehr beachtet werden.

So habe ich gelernt, dass meine persönlichen Phasen zwischen Depression, depressiven Phasen und normalem Zustand bis mehr oder weniger grosser Freunde besteht. In denen Phasen, in denen man zumindest in einer Gruppenarbeit für ein Seminar ist, hat man Aussenkontakt. Man geht zwar nicht zur Party aber dafür hat man jemandem mit dem man reden kann. Die Person grüsst dich zwar nur dieses Semester, nächstes Semester wird daraus – auch in gleichen Seminaren oder Vorlesungen – Ignorieren. Man sieht sich, grüsst sich nicht. Oft genug passiert, also Erfahrung.
Dabei ist es auch nicht förderlich, wenn man dauernd alleine ist, siehe Aussgeschlossenheit.

So habe ich gelernt, die depressiven Phasen anzunehmen, warten bis sie weggehen und dann wieder von vorne anfangen. Und wenn der Freund fragt was los sei, zwar Erklärung abgeben, aber als Antwort erhalten, dass man auf diese Personen einfach nichts geben soll. Deshalb merken, dass man sensibel auf bestimmte Situationen reagiert und wieder eine depressive – kurze – Zeit durchmachen.

Aber ich habe gelernt, dass bei einigen Menschen die eigene Meinung sehr wichtig ist. Wie bei meinem Freund. (ja wir sind noch zusammen) und er diese gerne hört und mich daher für intelligent hält. Auch werde ich nach dieser gefragt: „Du bist doch ein intelligentes Mädchen, also was hältst du von… ?“

So habe ich gelernt, dass man dadurch aber sehr schwer Freunde findet. Sport fällt schon wegen der Unsportlichkeit weg, universitäre Nebentätigkeiten sind okey. Allerdings trifft man sich dort und bespricht eben genau diese bestimmten Themen. Freundschaften haben sich daraus nicht gefunden. Hauptsächlich geht man davon aus, dass man abgelehnt wird. Deshalb geht mit anderen Augen durch die Strassen, die sich hauptsächlich nicht auf Menschen konzentrieren. Zumal auch diese Einstellung nicht förderlich ist. Dann wiederum fragt man sich, warum jemand mit einem redet. Ist das nicht irgendwie Mitleid?

Das Resultat ist aber, dass ich noch weniger Selbstbewusstsein und noch weniger von meinen Tätigkeiten überzeugt bin als vor bzw. während des Studiums. Denn diese Dinge wurden zum Ende des Studiums  immer schlimmer. Es ist eben auch nicht hilfreich, wenn man eine Vorlesung hat, in der man mit anderen Studenten redet. So fällt es in den anderen Vorlesungen und Seminaren auf, wenn man genau das nicht hat. Und man konzentriert sich möglicherweise auf diese Personen und damit wirkt man dann bedürftig.

Im Endefekt wird es schwerer und immer schwerer in Vorlesungen und Seminare zu gehen. Es braucht für einige eine richtige Überwindung, denn zum einen ist man in den kurzen Pausen alleine, zum anderen ist das Thema nicht so sehr interessant, dass man sich überwinden soll.

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2 Kommentare zu „Was ich während des Studiums gelernt habe“

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