Freunde finden als Fremder

Die Liebe Molly schrieb gestern einen Eintrag über Freundschaft. In letzter Zeit muss ich auch immer wieder darüber nachdenken. Denn es fällt mir in letzter Zeit, und besonders nach den Osterferien, auf,  dass eigentlich niemand um mich herum ist. Die Zeit hatte ich schon im Februar, kam dann wieder ins Leben und zu kürzen sozialen Kontakten. In den Ferien ging mein Natel kaputt und hatte zwei Wochen kein Zugang zu SMS oder WhatsApp. Und in einer solchen Zeit merkte ich eigentlich erst,  dass ich fast keine sozialen Kontakte habe. Es fiel mir schwer wieder an die Uni zu gehen. In den Vorlesungen und Seminaren bin ich alleine, zu anderen Menschen habe ich fast keine Kontakte. In meinem Nebenfach sind ein paar Leute mit denen man reden kann. Darunter eine, von der ich dachte man könnte nähere Bekannte werden. So lud ich sie mal ein,  allerdings kam dann nur ein Tag mit lernen zurück. Es hat sich praktisch aufgelöst.
Traurig ist auch, dass niemand nachfragt was bei mir abgeht, wenn ich eine Woche nicht in der Uni war.  Es interessiert sich einfach niemand.
Das macht es mir in bestimmten Situationen einfach schwieriger sich normal zu verhalten. Es gab Zeiten,  in denen ich eine Vorlesung hatte und fast weinend im Bus zurück nach Hause sass. Das fand  ich so anstrengend, dass ich es fast nicht aushalten konnte. Dann gab es Zeiten , in denen ich schon in der früh weinte weil ich alles so satt hatte.  Mich hat alles nicht mehr interessiert, mir waren die Leute zu viel und überhaupt aus der Wohnung zu gehen fand ich anstrengend.
Ich habe letztes Semester leichte Depression bekommen und der psychische Dienst meinte, dass ich Sport machen soll. Nur wollte ich Sport machen, damit ich Leute kennen lerne. Das hat nicht funktioniert.

Auf vielen Partys merkte ich, dass ich nicht erwünscht bin. Da kamen Leute zur Begrüssung und verabschiedeten sich nach dem zweiten Satz. Und kamen auch nicht mehr zurück.
In solchen Fällen habe ich mich immer wieder aufgerichtet und bin nett auf Leute zugegangen.
Bis jetzt habe, in dem letzten Jahr, ich immer Zurückweisung erhalten.  Am Anfang waren noch alle Personen irgendwie nett und man hat was zusammen unternommen. Aber irgendwann kam immer der Punkt, dass sich nichts mehr ergebenden hat. Das schlimmste daran ist, dass man immer von vorne anfangen muss. Die Phasen des Kennenlernen immer wieder sich selber vorstellen. Ich rede aus bestimmten Gründen nicht mehr so viel von der Uni. Das liegt auch daran, dass ich dieses Semester in vielen Vorlesungen mehr gefehlt habe als ich Ich dort war.

Gleichzeitig zu der Zeit zerfielen die noch vorhanden Freunde.  Zwei sind weggezogen,  ein paar andere einfach aus den Augen verloren. Das fand aber auch in einer Zeit statt, als ich Probleme im Studium, in der Wohnung und mit meiner Finanzierung hatte. Da hatte ich wirklich keine Person, die mir geholfen hätte. Da war nur mein Freund, den ich eben auch in dieser Zeit kennen lernte. Jetzt kann es natürlich sein, dass ich weniger Zeit für die Freunde hatte und ich diejenige mit Freund gewesen wäre.

Dann ist alles nochmal aufgerissen, weil mein Freund mir zum Geburtstag eine Reise schenkte. Er kann aber nicht mehr mitfahren, weil er die Arbeitsstelle wechselt. Und ich konnte genau eine Person fragen,  ob sie mit will. Mut anderen bin ich entweder zu wenig bekannt, oder ich habe keinen Kontakt mehr. So muss ich eine Anzeige machen, um jeden zu finden. Da habe ich auch wieder gemerkt, dass ich sehr einsam bin.

Gleichzeitig fällt es mir auf, wenn mein Freund irgendwas mit seinen Leuten macht. Ich muss mir immer irgendwas suchen, sonst wäre ich alleine daheim. Ich habe keine Leute,  mit denen ich irgendwas machen kann.
Ich fühle mich wirklich sehr einsam so ganz ohne sozialen Kontakte.
Wer von einem tollen Studentenleben erzählt, dann könnte ich kotzen.

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3 Kommentare zu „Freunde finden als Fremder“

  1. Klingt leider nach keiner leichten, sondern eher einer ausgewachsenen Depression. 😦 Ich kenne das, nur wenige Freunde zu haben. Da es nie anders war, kann ich dir nur auch leider keinen Tipp geben, wie du es ändern kannst. Vermutlich hast du aber eh schon alle gehört.

    1. Tipps habe ich eigentlich nicht so oft gehört. Aber danke.
      Depressionen hatte ich schon früher und daher bin ich da auch angeschlagen.
      Im Moment bin ich eben etwas ratlos. Ich kann schon wieder zu dem psychischen Dienst gehen. Nur denke ich nicht, dass mir dort geholfen wird. Geraten wurde mir auch das letzte mal eine Vorsorgegespräch. Dabei war die Wartezeit etwa ein halbes Jahr. Und angemeldet habe ich auch nicht, da es mir damals nicht so schlecht ging.

      1. Dann wäre vielleicht ein Besuch beim Psychologen eine Idee. Die meisten größeren Städte haben auch psychologische Notdienste. Das kann helfen, die Situation mal neu einzuordnen oder weiter verwiesen zu werden. Halt auf jeden fall die Ohren steif und den Kopf hoch. Du kommst da durch.

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