Rückblick aufs Semester

Rückblickend war das eines der schwereren Semester, die ich bisher hatte. Im Februar, als ich eine leichte mentale Verschlechterung hatte, ging ich zum psychischen Dienst der Uni. Er meinte ich sollte Einen vierwöchigen Workshop besuchen für Personen,  die depressiv waren aber nicht mehr rückfällig werden wollen. Wartezeit war dafür ein halbes Jahr, weil diese sehr schnell voll sind. Er selber kann niemand mehr aufnehmen.
Es ist so mühsam immer irgendwie um Hilfe zu fragen, aber es gibt niemand. Man fühlt sich schon allein und dann kommt noch Aussichtslosigkeit dazu. Also wartete ich. Aber es ging immer wieder schlechter. Bin eben jetzt.
Dazu kam auch kleine Rückschläge von verschiedenen Versuchen wieder zurück ins Leben zu kommen. Zum einen waren es Ausflüge mit der Uni, in denen ich mich ausdrücklich ausgeschlossen fühlte. Wenn jeder über Jus spricht und bei anderen Themen nach dem man etwas sagte nichts mehr darauf antwortete, ist das Auschluss. Ich bin wirklich nicht besonders sportlich, aber dann auch alles zurück zieht was man macht, ist das auch nicht toll. Man absolut unterschätzt wird.
Ganz eindeutig war es in den Ferien, als ich Geburtstag hatte. Ich hatte Kontakt mit einer Gruppe von Menschen, die sich lieber über ein Treffen unterhielten als mir zu gratulieren. Es war in Facebook einsehbar und ich hatte sie als Freunde hinzugefügt. Zwar kannten wir uns noch nicht so lange, aber ich hätte mich an dem Tag wirklich darüber gefreut. Statt dessen War das Treffen wichtiger. Ich mag Geburtstage nicht so gerne, aber gerade an dem Tag, an dem ich sowieso mit Freunden meines Freundes verbrachte in einer anderen Stadt und ich mir etwas abseits gefüllt habe, hätte ich einfach gerne freundliche Worte aus genau dieser Gruppe erhalten. Von anderen Glückwünsche habe ich mich zwar gefreut, aber die kamen von Personen mit denen ich keinen Kontakt mehr habe. Es War sozusagen nicht das gleiche.
Dann ging mein Handy kaputt und ich war nicht mehr richtig zu erreichen. Einzig allein eine Person aus meinem Nebenjob fragte bei anderen Mitarbeiter nach was bei mir im Moment los ist. Während in der anderen Gruppe keiner auf die Idee gekommen ist mir irgendwie zu schreiben. Etwa ab da ging es mir immer schlimmer. Bin dann auch teilweise nicht mehr aus dem Haus gegangen, weil ich dachte es würde eh keinen Unterschied machen zwischen dort zu sein oder im Haus. Soziale Kontakte waren mein Freund und deren Freunde. Vorlesungen und Seminare waren die Hölle, weil man mich zum einen nicht ernst nahm und zum anderen keiner mit mir sprach. Ganz schlimm fand ich es bei denjenigen mit denen ich sowieso schon mal essen war. Studenten aus dem gleichen Studium, die sich auf Veranstaltungen begrüssen, aber nicht im normalen Leben.
So war das Wochenende relativ entspannt  mit wenig Tiefen. Aber am Montag wurde es wieder schlimmer. Teilweise konnte ich schon in der früh weinen. Das war am Wochenende sehr selten.
Somit war dieses Semester eines, in denen ich sehr selten in Vorlesungen ging.
Vielleicht erwarte ich zu viel von meinem Umfeld. Aber eine solche Ablehnung, die offensichtlich ist, habe ich bis jetzt selten erlebt. Jede Ablehnung war schlimmer. Und die Frage ist, warum sind Freunde meines Freundes teilweise ehrlicher und offener als meine ehemaligen Freunde?, stellte ich mir immer wieder.
Gleichzeitig finde ich es mühsam immer wieder von vorne anzufangen : eine Gruppe suchen, hingehen, Motivation aufbauen für neue Kontakte, diese am laufenden halten und wieder merken, dass es unsinnig und sinnlos war. Es bricht auseinander, eine Person meldet sich nicht mehr oder verschiebt das Treffen bis man keine Lust mehr hat. So sieht man die Person vielleicht ein mal. Bei Veranstaltungen in der Uni, die sowohl von ihr oder dem Studiengang veranstaltet wird, kann ich mich auch mal mit einigen Leuten unterhalten. Merke aber, dass sie mich weder auf der Strasse oder in Vorlesungen ansprechen. Warum weiss ich nicht und sagen wird es mir wahrscheinlich auch niemand.

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