Der ewige Kampf während des Masters

Der Master ist für mich ein einziger Kampf ums Überleben gewesen. Das ganze Uni-Dings macht keinen Spass, wenn man immer andere soziale, berufliche und finanzielle Dinge im Kopf hat. Nebenher muss man sich noch mit irgendwelchen Leuten auseinandersetzten. Kurse anfragen, die ich manchmal bekam und manchmal nicht.
Das nimmt einem die Lust am Lernen.
Und im speziellen Fall französisch hatte ich immer weniger Lust diese Sprache zu lernen, weil ich sowieso nur die Grundkurse besuchen konnte. In Bern ist es anders. Da macht das ganze auch wieder Spass. Da VERSUCHT man jemanden zu verstehen und hat VERSTÄNDNIS, wenn man die Sprache nicht ganz so gut spricht. Da wird nicht gleich abgeblockt „wir verstehen dich nicht, sag es auf deutsch“. Der Bäcker, der meine Aussprache nicht versteht und mich korrigiert oder bei einem Kompliment des Interieurs den Satz komplett aufgreift und das Wort, das man gesucht hatte und umschrieb, sagt. Sie hat mich verstanden, aber nein das Wort muss kommen, statt ein einfaches danke und blablabla.
So hat sich meine Motivation immer mehr verringert.
Es gibt allerdings auch andere Menschen. Wie der Mann, der immer eine Spielenacht organisiert und dort die Spiele erklärt. Der ist nett und versucht auf mich einzugehen. Was das beste ist: er ÜBERHÖRT Fehler, ob es nun ein falsch ausgesprochenes Wort ist, eine etwas andere Konjugationen (Zukunft anstatt Gegenwart, kein Genondif etc). Da macht es mir Spass französisch zu sprechen, denn er kommt auf mich zu. Ich lache ja auch nicht, wenn er englisch spricht – und sich dabei zuerst entschuldigt, dass er es nicht so gut kann. Oder verbessere ihn, wenn er englische Wörter französisch ausspricht. Ich brauche solche Motivation, sonst nimmt es mir die Freude am Sprachen lernen.

Im anderen Fall der Universität und im Studiengang. Wenn ich eine Frage habe, werde ich weitergeleitet und es existieren grobe antworten. Dann macht auch das soziale Umfeld dort keinen Spass.
Leute, die lieber für sich sind und Angst haben, wenn jemand sie anspricht.
Leute, die einen schneiden, nur weil man in einem Seminar etwas sagt und das noch nicht einmal seiner Meinung entspricht – sogar zu dem Thema. Am allerschlimmsten vielleicht noch etwas kontroverses, eine mögliche Begründung oder eine sozialwissenschaftliche Erläuterung über ein Thema.
Leute, die einen nicht einladen nach einem Seminarblock, obwohl alle hingehen.
Leute, die einen auf dem Gang nicht grüssen, obwohl man schon essen war mit denen und etwas geredet wurde.
So sind Gruppenarbeiten ein Graus für mich geworden, Seminarbesuche manchmal unüberwindbar und Vorlesungen langweilig. Immer alleine dazusitzen und von Leuten, mit denen man schon geredet hatte – mag das auch von vor drei Wochen gewesen sein – keine Begrüssung kommt.
Sonst bin ich gerne an der Uni, ich finde bestimmte Themen interessant und beschäftige mich wirklich mit denen gerne. In Seminaren vor allem, da diese interaktiver sind. Da kann man nachfragen und selber etwas dazu beisteuern. Aber so ist die Uni nicht gemacht. Ich bin nicht im System integriert, da ich oft etwas sage. Deshalb habe ich auch kein soziales Studentenleben, wodurch ich auch nichts zu erzählen habe. Das beeinflusst dann auch wiederum den Besuch der Vorlesungen und Seminare.

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