Meine Bewerbungsschreiben

Flexibel bin ich in der Tagesklinik geworden, da ich dort mehr über mich erfahren habe.

Dort lernte ich auch, dass ich sehr analytisch denken kann. Bisher habe ich das ja nicht so gebraucht. An der Uni wird einem ja schliesslich nur vorgekaut was man zu denken hat. In meiner Ausbildung habe ich praktisch nichts gelernt und kann daher auch nicht sagen, was ich dort an analytischen Denken hätte lernen können.

Ich habe auch gemerkt, dass ich Probleme gut auf den Punkt bringen kann. Das habe ich auch in der Tagesklinik gelernt. Dort hatten wir immer Gesprächsgruppen, in denen wir unseren Problemen stellen mussten. Dazu habe ich ihnen oft ins Auge geblickt und versucht eine Lösung dafür zu finden. Und meine Therapeutin sagt auch, dass ich sehr gut Themen auf den Punkt bringen kann.

Dazu denke ich schneller als andere. Auch das habe ich spontan in der Tagesklinik gemerkt, wie gesagt in den Gesprächsgruppen. Bisher war das auch nicht förderlich in der Universität und in der Fachschaft. Da ging sowieso nichts voran. Und wenn man etwas machen wollte, bekam man keine Antwort und alle Arbeiten fielen auf einen selber zurück. War die Arbeit und die Veranstaltung vorbei, wurde man nur darauf angesprochen, dass man selber alles gemacht hat und eh geholfen hätte – hätte, wenn das Wetter mitgespielt hätte, man Zeit gehabt hätte, die Veranstaltung irgendwo anders gewesen wäre, man gewusst hätte, dass überhaupt Hilfe benötigt gewesen wäre.

Mich selbst zu organisieren lernte ich auch in der Tagesklinik. Dort habe ich mich kennen gelernt und gelernt, wie ich etwas organisieren kann.

Zudem habe ich gelernt mit Rückschlägen klar zu kommen. So wurde ich aus einem Verein entlassen, weil ich nicht die Übersetzungsarbeit machen wollte. Ich sollte dort die Kommunikation und die Öffentlichkeitsarbeit für online und offline übernehmen.  Danach hat der Verein direkt meine Flyer, meine Postings und ähnliches gelöscht und sind nicht mehr online aufzufinden. So war man mit mir nicht zufrieden, da ich selbstständig etwas erarbeitete. Das war einfach zu viel. In einem anderen Verein hatte ich die Idee einer Veranstaltungsreihe. Nur hatte ich das Gefühl, dass das gar nicht erwünscht war. Ich bekam über die Semesterferien keine Antworten von Vereinsmitgliedern. Nach einer angebotenen Betriebsführung einer führenden Recyclingfirma antwortete auch niemand mehr. So war mein Engagement nicht erwünscht und wurde nicht mehr beachtet.

In Seminaren habe ich gelernt, dass ich alleine dastehe bei Kommentaren und Diskussionen. Bei etwas provokanten Beiträgen wurde ich daraufhin nicht mehr zu Treffen nach dem Seminar eingeladen. Gute Noten hatte ich dennoch nach den Seminaren.
Des weiteren habe ich dort gelernt, dass Studenten bei meinen interaktiven Vorträgen keine Antworten geben. So habe ich gelernt, dass man sehr alleine sein kann, wenn man an diesem System festhält.

Darüber hinaus lernte ich auch, dass man eine Depression heilen kann. Mit den richtigen Leuten um einen herum.

Auf ein Vorstellungsgespräch freue ich mich

Wenn mich da keiner anstellt.

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