Archiv der Kategorie: Privat-Leben

Liebster Award

Die Liebe Claudia renommiert mich also zum Liebster Award. Danke dir dabei, ich war etwas überrascht deswegen. Mir gefallen ihre Filmrewatching, da ist sie fleissig dabei.
Sonst versuche ich mich mal an den Fragen, die sie mir gestellt hat. Hoffe ich versuche sie zu Genüge zu beantworten.

1.Wenn du morgen früh auf irgendeinen Fleck der Erde aufwachen könntest, egal wo, wo wäre das?
Ich mag Schweden ja sehr gerne oder irgendwas mit Wasser. Also würde ich irgendein Ort am See oder am Meer auswählen. Dabei kann ich nicht direkt sagen in welchem Ort, sondern Europa wäre super.  

2. Welchen Moment würdest du zu gerne erneut erleben?
Schwierige Frage. Es muss ja schliesslich etwas sein, was ich besonders toll fand und deswegen wieder erleben möchte. Es gibt einige kleinere Momente, aber die sind von der jeweiligen Situation abhängig.
Da ich aber irgendwie antworten muss: Annahme auf die Universität

3. Welchen großen Fehler würdest du immer wieder begehen?
Bei der Frage musste ich wirklich lange überlegen. Sie impliziert, dass man einen Fehler machte, aber die Auswirkungen dessen positiv waren. Und dazu muss er auch noch gross sein. Ich mache nur viele kleinere Fehler, die ich gerne zurücknehmen würde. Ich handle oft affektiv und überlege nicht oft. Dann natürlich ist die Definition von gross auch subjektiv. Mir fällt spontan nur meine Coach ein oder das Kuchenset von meinem ehemaligen Wohnheim. (Da waren gleich mehrere Fehler, die man als ein grossen bezeichnen könnte)

4. Welchen Song könntest du heute auf und ab hören?
Paul Kalkbrenner: Sky and Sand
Ich habe immer das Gefühl gleich in Berlin zu sein, oder gleich auf eine Party zu gehen oder von der zu kommen. Das ist ein Lied zum Träumen, Entspannen und Abschalten.

 

5. Was war dein persönlicher Kindheitsheld?
Einfache Frage: He-Man
He-Man the master of the universe Wer kennt sie nicht?
Allerdings waren es nur die Serie, Figuren oder sonstiges waren nicht in meinem Besitz.

6. Welchen Traumberuf wolltest du schon immer ausüben?
Seit ich ein Kind bin wollte ich Schauspielerin werden. Nach meiner Ausbildung bewarb ich mich sogar für eine Schule. Ich wurde nicht genommen. Weiter habe ich es nicht versucht, sondern nur noch als Spass.

7. Welches Buch/Film/Lied/Vorbild hat dich so sehr inspiriert, etwas in deinem Leben zu verändern?
Es war ein Buch.
Durch die Autobiographie von Brigitte Bardot wurde ich Vegetarierin. Ich habe sie davor nicht gekannt und jetzt ist sie ja nicht mehr ganz so auf meiner Wellenlänge. Jetzt ist sie leider nach rechts abgerutscht – und versucht nun gegen Ausländer, Asylsuchende zu hetzten.

8. Welches Lieblings-Spielzeug aus deiner Kindheit hätte dich unendlich traurig gemacht, wenn du es verloren hättest?
Meine Lego-Steine

9. Bist du abergläubisch bzw. glaubst du an Geister, Verschwörungstheorien, Außerirdische, Unglück…?
Eigentlich bin ich ein sehr rationaler Mensch. So versuche ich auch immer irgendwie für Argumente offen zu sein.
Also glaube ich nicht an Geister. (Obwohl ich die Idee schon interessant finde, Häuser mit Geistern und natürlich auf Bildern, die man sich nicht erklären kann)
Verschwörungstheorien haben ja immer irgendwie einen wahren Kern für Theorien, die nicht komplett erklärt werden können. Darunter ist natürlich auch menschliches „Versagen“/Handeln oder Ungereimtheiten einzurechnen. Einige sind sehr interessant, wie die des Todes von John F. Kennedy. Aber bezüglich der NSU-Morden glaube ich wirklich nicht ganz alles.

10. Stell dir vor, du hättest plötzlich eine Million Euro. Was würdest du damit anstellen?
Meine Schulden zurückzahlen, neue Wohnung beziehen und Möbel kaufen und einen Teil spenden. Den restlichen Teil würde ich anlegen und somit auf die Bank bringen.

11. Welches Talent hättest du gerne?
Manchmal würde ich gerne singen können. Macht mich manchmal traurig, wenn im Bad die Fliegen tot umfallen, wenn ich singe. Vielleicht liegt das auch nur am Wasserdampf.
Aber ja, singen kann ich wirklich nicht.

 

Jetzt muss ich auch selber Leute nominieren. Fällt mir auch nicht gerade einfach. Ich suche mal nach Interesse aus:
1. Hörsaalgetuschel:  dergrafvonborg
2. Wolkenworte: wolkenworte
3. Endless:  Endless
4. Jezzi:  Jezabel Botanica
5. Molly: Von der Uni an den Herd

Hier nun meine Fragen: Sie drehen sich vor allem ums Schreiben und den Blog. Denn darüber schreibt man seltener, als man denkt.

  1. Wie und wann bist du auf das Blogschreiben aufmerksam geworden?
  2. Warum hast du selber angefangen zu schreiben?
  3. Was motiviert dich am Schreiben?
  4. Schreibst du deine Beiträge vor und überlegst du dann, ob du sie veröffentlichst oder bist du spontan ohne zu überlegen?
  5. In wie weit kommst du auf deine Themen? Suchst du danach? Fallen sie dir einfach ein? Hebst du sie dir auf, wenn du sie nicht direkt schreiben kannst?
  6. Wissen andere Personen, dass du einen Blog schreibst? Lesen sie sogar mit?
  7. Wie viele Blogs liest du und wie: RSS-Feed oder E-Mail-Abo oder Programm?
  8. Bei welchen bist du eher der stille Mitleser und bei welchen kommentierst du fleissig mit? Und warum?
  9. Was veränderte sich – positiv oder negativ – über deine Einstellung oder dein Leben nachdem du angefangen hast zu schreiben?
  10. In wie weit hast du eine spezielle Tageszeit, in der du für deinen Blog schreibst?

 

Einsamkeit an der Uni

Zur Zeit lese ich immer wieder Blogs mit Tipps gegen Einsamkeit. Allerdings ist alle irgendwie gemeinsam, dass man diese annehmen sollte und jeder Mensch irgendwie uns zu einem bestimmten Zeitpunkt einsam sein kann. Das ist bestimmt der Fall, aber was ist wenn man dadurch seine Jugend verloren hat und kein Studentenleben hatte?
Wie ich mir das so schön vorgestellt habe : man geht aufeinander zu, macht ab und an Partys, wird in die WG eingeladen…
Anscheinend bin ich irgendwie anders, sodass ich den Anschluss über haupt nicht gefunden habe.
Mal hatte ich ihn mehr mal hatte ich den Anschluss weniger. Mit den Leuten aus der Fachschaft war der grosse Kontakt erst nach dem Bachelor vorhanden. Das war eine kleine kurze Zeit.

Mich nervt es alleine in der Vorlesung zu sitzen und nur zuzuhören. Vor allem was macht man in den Pausen? Es ist sehr mühsam und ich bin immer froh, wenn es keine gibt.
Auch las ich in vielen Foren, dass Einsamkeit in der Uni nichts ungewöhnliches ist. Hilft mir zwar, dass ich nicht alleine bin. Aber das war es dann auch schon.
Mich enttäuscht es einfach, dass ich keinen Kontakt zu den anderen bekommen könnte über die Zeit.
Eigentlich war ich nämlich auch im Bachelor in den meisten Vorlesungen und Seminaren alleine. Jetzt ist aber der Zeitpunkt gekommen, in der ich es nicht mehr ertragen kann. Niemand mit dem man schnell in die Mensa geht, keiner mit dem man Kaffee trinken kann, über die letzten Tage sprechen. Diejenigen, die ich kenne sind Bekannte und das ist Smalltalk. Ich freue mich sogar darüber, denn dann ist zumindest einer mit dem man irgendwas austauschen kann.

Fast niemand gibt zu, dass er einsam ist.
Manchmal glaube ich auch, dass man es merkt, dass ich ohne soziale Kontakte bin.
Ich könnte viel mehr über meine Gedanken schreiben, aber warum? Es dreht sich im Kreis.
Die tolle Studentzeit, in der man so schnell Kontakt zu anderen bekommt, etwas freier als in der Arbeit lebt, Party machen kann und viele neue interessante Dinge ausprobieren kann, war für mich nicht so toll. Vielleicht erwarte ich von anderen Leuten zu viel und komme dann nicht zurecht. Vielleicht gehe ich zu sehr von mir aus und komme nicht zurecht, wenn es dann nicht so läuft wie ich das gerne hätte. Vielleicht kenne ich viele Sachen nicht, weil ja schon die Jugend nicht so toll war, vor allem ohne Freunde und Clique.
Was soll ich alles ausprobieren, wenn niemand da ist? Manchmal wird man durch andere Leute auf etwas aufmerksam gemacht. Hier geht das nicht. Es ist so langweilig so wie es im Moment aussieht.

Reflektion

Im Moment habe ich wieder eine schrecklich nachdenkliche Phase. Dabei hätte ich genug zu tun mit schreiben. Allerdings fällt es mir schwer sich überhaupt auf irgendwas zu konzentrieren. So denke ich über den Master nach, der absolut schrecklich ist und nichts was ich mir gewünscht habe. Nun zieh ich ihn durch, aber jeden Tag werde ich unglücklicher. Unglücklicher, weil es ausweglos ist und ich keine Verbesserung sehe.
Im letzten Bachelor-Semester freute ich mich wirklich auf etwas neues: neue Menschen, neue Wohnung, neues Studium.
Neue Menschen sind ausgeblieben. Ich war in einem Verein und einige Leute sah ich nur ein einziges mal. Obwohl ich sie echt gerne ein zweites mal getroffen hätte. Man traf sich eigentlich nur zu Sitzungen und für das Event. Dann nach dem Event sass man noch etwas zusammen, aber das war es dann schon.
Ich war bei Spontacts unterwegs und lernte dort einige Leute kennen, die ich auf nie wieder gesehen habe. Regionale Gruppe für das Kochen organisiert, in der doch alle mitmachen wollten, und es wieder im Sande verlaufen ist.
Ich war bei einer anderen Organisation, die Events machten, unterwegs. Auch dort lernte ich interessante Leute kennen. Und genau ich sah auf einem Event genau wieder andere Leute kennen, die man wieder kennen lernen konnte.
Ich finde es schon spannend neue Leute kennen zu lernen: das erste abtasten und schauen, ob er/sie interessant ist. Dann allerdings würde ich mir wünschen ein weiteres Treffen.
Ich war mit dem Studiengang unterwegs. Und das hat mich eigentlich sehr getroffen. Man redet beim Treffen und dann in der Vorlesung hat man sich nichts mehr zu sagen. Man begrüsst sich nicht mehr und ignoriert den anderen mehr oder weniger. Und ich verstehe das nicht. Man kann zumindest mal hallo sagen, auch wenn man überhaupt nichts mit dem anderen zu tun haben will. Vielleicht nennt man das Umgangston?
Mir ist das so oft passiert, dass ich immer depressiver wurde. Mittlerweile geht es wieder. Die ganz schwierige Phase habe ich nun hinter mir. Allerdings noch immer eine dauernde Traurigkeit. Es hilft mir zum Beispiel an bestimmten Tagen nicht in die Vorlesung zu gehen, sondern etwas anderes zu machen. Manchmal hilft es nicht.
Deshalb habe ich langsam auch keine Lust mehr immer wieder von Vorne anzufangen: den anderen kennen lernen, schauen ob man sich versteht und dann einsehen, man hat ein Gesprächspartner. Allerdings dann wieder zu bemerken, dass der andere nur einen schönen Abend haben wollte und auf andere Male keine Lust hat. Das ist so mühsam.
Und so wechseln sich die Phasen immer wieder ab: die Kennenlernphase, Zerbruchssphase, Aufrichtungsphase.
Vielleicht spreche ich immer mal wieder etwas negatives oder etwas zu reales an. (schwierige Zeiten, in der man sich jetzt einen Job finden muss und Praktika, in denen man nur Kaffee holen gehen kann) Das wirkt nicht sympathisch. Im Gegenzug kann ich auch witzig sein.
Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich sehr viele mit meinem Verhalten vertreibe. Dann kommen mir immer meine Vorstellungen über das Studium in den Sinn und es wird wieder schlimmer.
Deswegen bin ich in keiner guten Verfassung.

Was ich während des Studiums gelernt habe

Während des Studiums lernt man einige wissenschaftlichen Dinge. Doch auch die sozialen Dinge sollten dabei nicht zu kurz kommen. Das sind die sogenannten social skills, die man sich durch universitäre Nebentätigkeiten, Arbeitsgruppen oder Gruppenarbeiten für Seminare aneignen kann. Allerdings werden sie auch im ganzen Uni-Leben gelernt. Ich habe gemerkt, dass meine social skills auch von anderen Personen abhängig sind.

So habe ich gelernt, dass man aus verschiedenen Gründen ausgeschlossen werden kann. So ist die Vertretung der eigenen Meinung, besonders wenn sie entgegen der Mehrheitsmeinung steht, ein Grund. Auch die Betonung, dass man diese Meinung gar nicht teilt, ist nicht förderlich. Ausgeschlossen werden kann man auch, wenn man nicht so arg sportlich ist und damit den Sportbetrieb aufhält.

So habe ich gelernt, dass man durch diese Ausgeschlossenheit alleine ist. Eigentlich ein sehr normaler und logischer Schluss. Allerdings ist man dann der komische Aussenseiter, mit dem man dann lieber doch nicht gesehen werden will. Deshalb versteckt man sich im Bus oder geht auf die andere Strassenseite. Weniger krasse Fälle wären das Nichtbegrüssen auf der Strasse.
Durch die Aussgeschlossenheit gehen dann schliesslich auf einer Party Bekannte (Leute, mit denen schon mal in den letzten zwei Wochen gesprochen hat und im gleichen Seminar / Hobbygruppe sind) aus dem Weg.

So habe ich gelernt, dass man alleine zurecht kommen muss. Dabei besteht der Kreis aus auf Leute zu gehen, von denen man weiss, dass sie nicht weggehen; sprechen (womöglich nicht in den eigenen Freundeskreis einführen, sonst entsteht wieder eine Art Beziehung / friends with benefit hinter dem Rücken) und nicht mehr beachtet werden.

So habe ich gelernt, dass meine persönlichen Phasen zwischen Depression, depressiven Phasen und normalem Zustand bis mehr oder weniger grosser Freunde besteht. In denen Phasen, in denen man zumindest in einer Gruppenarbeit für ein Seminar ist, hat man Aussenkontakt. Man geht zwar nicht zur Party aber dafür hat man jemandem mit dem man reden kann. Die Person grüsst dich zwar nur dieses Semester, nächstes Semester wird daraus – auch in gleichen Seminaren oder Vorlesungen – Ignorieren. Man sieht sich, grüsst sich nicht. Oft genug passiert, also Erfahrung.
Dabei ist es auch nicht förderlich, wenn man dauernd alleine ist, siehe Aussgeschlossenheit.

So habe ich gelernt, die depressiven Phasen anzunehmen, warten bis sie weggehen und dann wieder von vorne anfangen. Und wenn der Freund fragt was los sei, zwar Erklärung abgeben, aber als Antwort erhalten, dass man auf diese Personen einfach nichts geben soll. Deshalb merken, dass man sensibel auf bestimmte Situationen reagiert und wieder eine depressive – kurze – Zeit durchmachen.

Aber ich habe gelernt, dass bei einigen Menschen die eigene Meinung sehr wichtig ist. Wie bei meinem Freund. (ja wir sind noch zusammen) und er diese gerne hört und mich daher für intelligent hält. Auch werde ich nach dieser gefragt: „Du bist doch ein intelligentes Mädchen, also was hältst du von… ?“

So habe ich gelernt, dass man dadurch aber sehr schwer Freunde findet. Sport fällt schon wegen der Unsportlichkeit weg, universitäre Nebentätigkeiten sind okey. Allerdings trifft man sich dort und bespricht eben genau diese bestimmten Themen. Freundschaften haben sich daraus nicht gefunden. Hauptsächlich geht man davon aus, dass man abgelehnt wird. Deshalb geht mit anderen Augen durch die Strassen, die sich hauptsächlich nicht auf Menschen konzentrieren. Zumal auch diese Einstellung nicht förderlich ist. Dann wiederum fragt man sich, warum jemand mit einem redet. Ist das nicht irgendwie Mitleid?

Das Resultat ist aber, dass ich noch weniger Selbstbewusstsein und noch weniger von meinen Tätigkeiten überzeugt bin als vor bzw. während des Studiums. Denn diese Dinge wurden zum Ende des Studiums  immer schlimmer. Es ist eben auch nicht hilfreich, wenn man eine Vorlesung hat, in der man mit anderen Studenten redet. So fällt es in den anderen Vorlesungen und Seminaren auf, wenn man genau das nicht hat. Und man konzentriert sich möglicherweise auf diese Personen und damit wirkt man dann bedürftig.

Im Endefekt wird es schwerer und immer schwerer in Vorlesungen und Seminare zu gehen. Es braucht für einige eine richtige Überwindung, denn zum einen ist man in den kurzen Pausen alleine, zum anderen ist das Thema nicht so sehr interessant, dass man sich überwinden soll.

Wieder zurück Teil 590

Lange ist es nun her, dass ich geschrieben habe. Es ist einfach so, dass ich entweder keine Lust hatte zu schreiben oder nicht wieder von den ewigen gleichen Themen nachdenken und dadurch irgendwas zu Papier bringen wollte.
Das letzte Jahr war nicht besonders toll und im Moment habe ich auch keine grosse Hoffnung für das Jahr 2016.
2015 hatte ich grosse und lange Durchhänger, in denen mir alles egal war; auch mein Studium. Oft habe ich mir gedacht, warum ich es immer noch mache. Durch den absolut schlechten Start in das Studium, auf das ich mich wirklich gefreut hatte, ist alles pro Semester immer schwieriger geworden. So bin ich auch nicht mehr gerne in den Vorlesungen. Nicht weil mir die Themen nicht zusagen, sondern wegen einigen Personen, die anwesend sind. Ich weiss, dass das auch keine Lösung ist und ich dadurch auch nicht neue Leute kennen lerne. Nur wen soll man in der Vorlesung schon kennen lernen?
Und auch deshalb habe ich nicht mehr geschrieben, denn es sind die immer währenden gleichen Probleme mit denen ich mich seit dem Anfang meines Masters herumschlage. Und langsam habe ich keine Lust mehr darauf. Manchmal kommt es mir so vor, als ob ich mich selber als Opfer sehe und nichts gegen diese Situation machen kann.
Ich habe Lust auf Parties oder in Bars zu gehen mit irgendwelchen Leuten, die nicht im Freundeskreis meines Freundes sind. Es ist absolut immer das gleiche, wenn man mit seinem Freund unterwegs ist. Deshalb habe ich auch von meiner ehemaligen WG etwas mehr erwartet. Genauso wie von den Kommilitonen. Dieses Semester war ich auch mit einem Seminar beim Essen, aber auch dort kam ich mir irgendwie für eine kurze Zeit deplatziert vor. Dort sassen die Personen zusammen, die sich vorher kannten und redeten mit den Personen, die sie schon kannten. Also redete ich mit den Personen, die noch niemand kannte und mit einem Professor. Alles in allem ein netter Abend.
Ein netter Abend, der sich nicht wiederholte. Wieder neue in einem Seminar und dann kann man sich wieder auf neue Leute einstellen. DAS ist interdisziplinäres Studieren.
Interessant fand ich noch eine WG-Party von einem Bekannten mit meinem Freund. Wir hängen eigentlich bei solchen Parties nur ab und an zusammen, denn ich suche mir schnell andere Leute mit denen ich reden kann. Es liegt also nicht an der Kontaktfreude meinerseits, dass ich den verdammten Anschluss verloren habe. Aber auch da trifft man die netten Personen, mit denen man sich vorstellen könnte ein Bier trinken zu gehen, nicht mehr wieder. Ein netter Abend und das war es dann auch schon.
Das sind nette Abende, aber irgendwie suche ich doch etwas „festes“. Eine Freundschaft, bei der man auch privates erzählen kann. Wenn sich aber die netten Abende häufen ist mir das auch recht.
Mir ist aber genau bewusst, dass ich die Leute mit denen ich im Hauptfach studiere nach meinem Abschluss nicht mehr sehen werde. Nicht nach einem halben Jahr oder nach vier Jahren. Man war nur in Vorlesungen und Seminaren zusammen und das war es dann auch schon. Im Nebenfach, dass ich dieses Semester angefangen habe, ist das völlig anders. Hingekommen und jeder redet mit jedem. Sogar lernen konnte ich mit einer Person und habe sie direkt eingeladen zum Essen.
Da frage ich mich wirklich nach dem Unterschied der beiden Studiengänge und den Städten.

Alkohol

Mein Freund ist in einer Studentenverbindung und kennt demnach nur Leute, die auch in einer solchen Mitglied sind.
Das allein stört mich nicht besonders. Allerdings gibt es bestimmte Dinge mit denen ich nicht sonderlich gut zurecht komme.
Darunter ist der Alkoholkonsum und die Geschwindigkeit des Trinkens. So ist es normal, dass man an einem normalen Treffen bei diesen Leuten etwa drei Liter Bier trinkt. Und das in etwa vier bis fünf Stunden. Wenn es weiter geht, dann bleibt man so lange bis alles Alkoholische weg ist.
Bei einem Grillabend von einem Verbindungspärchen kommt schon einiges zusammen. Sie trinkt auch mal gerne mit. Sodass etwa eineeinhalb Flaschen Rotwein und zwischendurch drei bis fünf Biere auf sie alleine fällt. Der Freund von ihr hat da etwas mehr getrunken. All dies geschah zwar innert sechs Stunden, aber es ist ein recht hoher Konsum.
Alles in allem sind das zwar nette Menschen, aber so viel Alkohol scheint mir nicht mehr normal zu sein. Das Problem daran ist, dass ihnen die Mengen selbst nicht mehr auffallen und für sie es normal ist so zu trinken. Deshalb erzählen sie auch viel von Veranstaltungen, bei denen sie total betrunken waren oder sie sich total abgeschossen haben. Und davon gibt es eine Menge.
Man kann davon ausgehen, dass bei jedem Stamm man selber zwischen sehr betrunken oder absolut betrunken nach hause geht. Mein Freund hat mir das so erklärt, dass man sich frei und unantastbar fühlt.
Für mich macht es allerdings einen Unterschied zwischen diesen, für sie normalen Mengen, und vier Bier innert vier Stunden. Ich selber gehe auch gerne in die Bar und trinke Bier oder Wein. So können die aber gar nicht mehr weggehen, denn sie sind es sich gewöhnt, dass nach jedem leeren Glas ein neues gefülltes vorhanden ist. So verhalten die sich auch im Ausgang. Da hat es dazwischen relativ wenig Zeit, in der man ein leeres Glas vor sich stehen hat.
Mir kann keiner mehr erzählen, dass seine Verbindung nicht aus Säufer besteht. Die Frage ist nur in wie weit lassen sie es kommen. Denn Alkoholmissbrauch ist da absolut an der Tagesordnung. Und die wird exzessiv betrieben. Im Nachhinein ist eine Veranstaltung ohne Exzess langweilig und hatte keine gute Stimmung. Denn wenn die Stimmung gut ist wird ja viel getrunken.
Demnach kennt mein Freund nur Säufer. Ja, er ist auch selber einer. Zwar nicht mehr so wie am Anfang der Beziehung, aber wie ich gesagt habe kann ich immer nach Stämme mit einem mehr oder weniger stark Betrunkenen rechnen.
Wie ich erklärt habe stehen Frauen den Männern im nichts nach und trinken manchmal sogar mehr in einer kürzeren Zeit.

Das zweite das mich stört sind Einstellungen von bestimmten Leuten. Da ist man zum Beispiel Mitglied bei der SVP und mit einem Ausländer befreundet. Man ist sogar mit der Freundin des Ausländers befreundet. Das passt für mich nicht zusammen.
Man kann zwar mit den meisten gut diskutieren, aber ich habe genau eine andere Meinung von bestimmten Dingen.
So fühle ich mich nicht richtig passend, denn ich stehe auf verlorenem Posten. Die Gespräche sind meist gleich. Zuerst wird über alltägliches gesprochen und im Laufe des Abends mit erhöhtem Alkoholpegel wird über Politik diskutiert. Da sprechen auch Leute mit, die keine Ahnung haben und dennoch denken sie hätten sich eine Meinung gebildet. Dazwischen wird noch über Verbindungen gesprochen und deren Probleme. Manchmal fliessen Lästerreien über andere Mitglieder ein. Gerade beim letzten Thema habe ich meine Probleme, denn ich mag keine Lästerreien und ich kann nicht mitreden über Person, die ich nicht kenne.
Irgendwie finde ich es auch nicht so toll, wenn jede Erzählung über Mitglieder mit dem Grad des Betrunkenseins in Zusammenhang steht. Überall und egal was man gemacht hat, Alkohol ist immer dabei.

Nach jedem Treffen mit den Leuten, das er alleine oder wir zusammen wahrnehmen, denke ich an Trennung. Zwar weiss ich, dass mein Freund keine Studentin aus einer Verbindung nehmen wird, aber ich bin mir nicht sicher ob es doch besser wäre. So kennt sie das alles und weiss wie mit Betrunken umzugehen. Es ist eine kleine Gesellschaft mit eigenen Regeln. Und da bleibt man besser unter sich. Der andere weiss ja schliesslich, in welchem Zustand man sich nach bestimmten Anlässen befindet.
Gleichzeitig bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich über reagiere und das alles zu eng sehe. So kann man ja schliesslich total betrunken von einer Firmenfeier kommen, die jeden Monat stattfindet. Obwohl ich auch da nicht sonderliches Verständnis aufbringe.
Da er nur Verbindungsstudenten kennt ist sein Ausgang mit diesen Leuten relativ problematisch im Nachhinein. Denn auch hier denke ich an Trennung.
Meine Einstellung schwankt zwischen Trennung und doch nicht weil dies grössere Nachteile bringen würde.

Wirklich wahre Freunde

Soll ich mal wieder etwas über Freundschaft erzählen? Auch wenn es wahrscheinlich niemand hier interessiert mache ich es trotzdem. Also wie sieht also eine gute wirklich wahrhaftige Freundschaft aus?
Kurz nach Abgabe der Masterarbeit mach Hause gegangen und sich nicht mehr gemeldet. Nur noch kurz einen Tag vor der Verteidigung zufällig in der Bibliothek angetroffen. Sich entschuldigt, dass sie sich bei einer anderen Freundin gemeldet hat, aber nicht bei mir. Deshalb mich für den nächsten Tag zum Kino eingeladen. Verbindlich.
Am nächsten Tag, der der Verteidigung, kein einziges Wort und keine Nachricht.
Am nächsten Tag, der der nach der Verteidigung, mich kurz angeschrieben, dass sie mit mir reden muss. Dann am Abend meinen Freund angerufen und gefragt, was mit mir wäre. Sie hätte was ganz wichtiges mit mir zu bereden.
Ich mich dann doch noch dazu aufgerafft mit ihr zu treffen.
Und dort erzählt sie mir, dass sie gestern Abend big Party gemacht hat, wo sie alles waren und was sie alles getrunken hatten. Und genau, das Problem war ein Junge.
Das und nicht mehr ist wirklich wahre wahrhaftige Freundschaft.
Keine Nachrichten für Ihr Master Feier und mir am nächsten Tag erzählen, dass es super gewesen ist und sie jemand kennen gelernt hat.  Meine Meinung wollte sie dennoch wissen. Nicht dazugehören, aber Sinn und Unsinn erklären lassen. Lieber noch Mitbewohner mitnehmen zur Party, die kann man ja nicht ausschliessen, weil sie im gleichen Gebäude wohnen.
Das war übrigens ihre letzte Party, weil sie nur noch knapp eine Woche in der Schweiz ist.
Eben wahre und wahrhaftige Freundschaft wie es sich gehört.