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Wirklich wahre Freunde

Soll ich mal wieder etwas über Freundschaft erzählen? Auch wenn es wahrscheinlich niemand hier interessiert mache ich es trotzdem. Also wie sieht also eine gute wirklich wahrhaftige Freundschaft aus?
Kurz nach Abgabe der Masterarbeit mach Hause gegangen und sich nicht mehr gemeldet. Nur noch kurz einen Tag vor der Verteidigung zufällig in der Bibliothek angetroffen. Sich entschuldigt, dass sie sich bei einer anderen Freundin gemeldet hat, aber nicht bei mir. Deshalb mich für den nächsten Tag zum Kino eingeladen. Verbindlich.
Am nächsten Tag, der der Verteidigung, kein einziges Wort und keine Nachricht.
Am nächsten Tag, der der nach der Verteidigung, mich kurz angeschrieben, dass sie mit mir reden muss. Dann am Abend meinen Freund angerufen und gefragt, was mit mir wäre. Sie hätte was ganz wichtiges mit mir zu bereden.
Ich mich dann doch noch dazu aufgerafft mit ihr zu treffen.
Und dort erzählt sie mir, dass sie gestern Abend big Party gemacht hat, wo sie alles waren und was sie alles getrunken hatten. Und genau, das Problem war ein Junge.
Das und nicht mehr ist wirklich wahre wahrhaftige Freundschaft.
Keine Nachrichten für Ihr Master Feier und mir am nächsten Tag erzählen, dass es super gewesen ist und sie jemand kennen gelernt hat.  Meine Meinung wollte sie dennoch wissen. Nicht dazugehören, aber Sinn und Unsinn erklären lassen. Lieber noch Mitbewohner mitnehmen zur Party, die kann man ja nicht ausschliessen, weil sie im gleichen Gebäude wohnen.
Das war übrigens ihre letzte Party, weil sie nur noch knapp eine Woche in der Schweiz ist.
Eben wahre und wahrhaftige Freundschaft wie es sich gehört.

Logik

Neues Wohnheim, neue Sitten ist wohl die Beste Beschreibung. Gerade hier fallen mir unglaublich viele kleinere Zusammenhänge auf, die nicht passen.
Wir haben eine Badewanne. Die habe ich zufällig mal gesehen als die Tür daheim offen stand. Denn sonst ist sie abgeschlossen. Das ist cool, denn wir haben eine Badewanne bei der die Tür abgeschlossen ist. Man muss wahrscheinlich sich anmelden, ein Bad nehmen zu können.
Auch brennen entweder im Treppenhaus oder auf dem Gang 24/7 Lichter. Allerdings nur im ersten und zweiten Stock. Nun der Grund dafür ist, dass man den Weg zur Toilette findet. Es wird also nicht davon ausgegangen, dass man selber Licht einschalten könnte. Der Gang wird durch eine offen stehen Tür begrenzt. Also ist im Treppenhaus Licht, damit man nicht gegen die offenen stehende Tür rennt. Schwierig, denn das Treppenhaus hat auch Fenster, durch das etwas Sonne scheint. Beide Tatsachen leuchten mir natürlich absolut ein. Die im untersten Stockwerk müssen in der Nacht nicht auf die Toilette. Deshalb ist da alles dunkel. Praktisch, wenn man das so steuern kann. Da darf man auch erst hinziehen, wenn man bestätigt hat den Weg zur Toilette zu finden, dort nicht hin zu müssen und nicht gegen offene Türen zu laufen. Diesen Test hab ich nicht bestanden, sodass ich im zweiten Stockwerk wohne.
Es geht allerdings noch weiter. Als ich das erste mal gewaschen hatte, schaltete ich die Waschmaschine ganz normal ein. Allerdings gibt es auch ein Stromspardurchgang. Auf den würde ich netterweise aufmerksam gemacht, dass man im Haus doch Strom spart. Und die Schwestern dafür sorgen, dass das auch eingehalten wird und so die junge Generationen es etwas besser hat. Nun entgegnen konnte ich nichts ohne gemein und unhöflich zu sein. Ich hätte gerne gesagt, warum ich zurecht gewiesen werde, wenn ich einmal die Waschmaschine nicht stromsparend einschalte aber 24/7 dauernd Licht im Gang brennt. Auch wenn es heller Tag ist. Aber gesagt hab ich dann nichts mehr. Nur, dass mir das wichtig ist zu sparen und ich’s nächste mal sicher machen werde. Gemacht hab ich es gleich nicht und jetzt ist wegen mir die Umwelt noch verpessteter. Hiermit entschuldige ich mich bei der jetzigen Generation und der zukünftigen. Ich tät dies nicht mit Absicht, ich hab es nur vergessen.

Waschen doch nicht so einfach

Gestern hatte ich Waschtag. Was sich jetzt so anhört als ob ich meine Wäsche in die Waschmaschine gelegt hätte und dann nach einer Stunde wieder entnommen hätte, täuscht sich jetzt. Da ich viele Wäsche hatte, musste alles geplant werden. Und das gestaltete sich schwieriger als erwartet. Nun der Tag stand bereits eineinhalb Wochen vorher fest und meine Termine waren eher kurzfristig. Also müsste ich nach der Vorlesung in der früh nach Hause und Wäsche aufhängen. Als dann noch die zuständige Person für die Zimmer kam und mir erklärte wie man die Wäsche auf hängen soll, war ich noch mehr im Stress. Denn ich musste weiter. Nachdem sie mir erklärte und daneben stand und beobachtete wie ich sie aufhing nahm ich natürlich ihre Bemerkungen dankbar an, denn bei dem Aufhängen kann man ja schliesslich viel falsch machen.
Dann wieder einen Termin und eine Waschmaschine später, kam sie auf mich zu und erklärte, dass man hier nicht so viel Wäsche waschen kann. Und dass ich hätte sagen können, dass der Termin mir nicht passt. So hätte ich mir einen anderen aussuchen können. Das ist natürlich toll, wenn sie mir eine Art Vorwurf macht und es im nachhinein sagt.
Da ich wieder weg müsste zu meinen letzten Termin war ich nicht so ganz bei der Sache.
Meine Wäsche wurde gewaschen und meine Termine hab ich eingehalten.
Doch am nächsten Tag musste sie um sieben Uhr in der früh abgehängt werden.  Um Viertel vor kam sie dann und machte ihre erste Wäsche. Man könnte auch sagen, dass sie sehen wollte ob ich schon aufgestanden und meine Wäsche hole. Aber naja.
So hat sie noch nie jemand erlebt, der sich gegend ihre Empfehlungen wehrte und so derart viele Wäsche hatte. Wahrscheinlich wird in Zukunft nicht nur der Tag festgelegt, sondern such die Anzahl der Waschmaschinendurchgänge.

Wohnheim experience

Wenn man in irgendeine andere Stadt umzieht, freiwillig oder nicht, verändern sich die zurück gelassen Freundschaften. Die einen kann man behalten andere fallen weg.
Man ist aber auch neu in der Stadt und schliesst dort Freunde. Am Anfang hat man wahrscheinlich erst mal die Arbeitskollegen oder Studenten. Dann kommt es natürlich auch darauf an, wo man hinzieht. Da gibt es das Wohnheim, die WG oder das Studio.
Ursprünglich wollte ich in ein Wohnheim, weil ich dachte man lernt schnell Leute kennen. Das war auch am Anfang so. Aber man hat einen beschränkten Kreis von bekannten Personen. Es gibt sehr oft Roation von aus- und einziehenden Personen. So muss man sich immer wieder auf andere einstellen. Oftmals hat man mit den ehemaligen Mitbewohner keinen Kontakt mehr.
Ob man sich wohl fühlt, tragen auch zum Teil die Mitbewohner bei. Versteht man sich mit ihnen gut ist es einfacher. Noch dazu, wenn du mit ihnen viele Sachen unternehmen kannst.
Es steht und fällt gerade hier mit den Leuten.
Durch meine Erkenntnisse wird es für mich das nächste mal eine WG sein. Denn ich glaube nicht mehr, dass man viele Leute auf diesem Wege kennen lernen kann.

Umzug

Man könnte es kaum glauben und ich am allerwenigsten, aber ich ziehe wirklich näher in die Stadt. Im Moment bin ich dabei mein komplettes Zeug zu sortieren und organisieren und anschliessend zu packen. Es kommt viel mehr zusammen als ich dachte. Es sind allein fünf bis sechs Ordner mit Unterlagen der Vorlesungen und Seminaren.
Ja dann Kleidung. Eigentlich kann ich sagen, dass ich wirklich nicht viel habe. Meine komplette Kleidung passten in zwei grosse Koffer. Aber das ist nicht das schlimmste. Es ist das kleinscheiss bestehend aus Postkarten, Nippes, Kosmetik und normale Papiere. Und vieles hab ich noch hier angeschleppt. Hätte nie gedacht, dass ich doch so viel habe.

WG vs. Wohnheim

Eigentlich habe ich hier das WG-Leben nie mitbekommen. Hier hat auch schliesslich kein heftiges Treiben geherrscht. Ich wohne ja auf dem Berg und da muss man erst mal hochkommen um mich zu besuchen.
Wenn ich es so überlege, war ich öfters bei anderen, als wirklich hier eingeladen zu haben. Zum einen liegt das an der wenigen Zeit, an das unkomfortable hinaus- und wieder hinabsteigen oder an dem Problem, dass Männer in den Aufenthaltsraum gehen müssen. Auch konnte ich wirklich keine Freunde von auswärzt einladen, denn sie mussten am Abend wieder nach Hause gehen. Da ging es nicht einfach spontan zu sagen, dass man doch noch übernachtet. Vielleicht hat man ja den Zug verpasst.
Meine Vorstellung von einer eigenen Wohnung war immer, dass sie offen ist für alle. In der Wohnung, in der ich ihn München gewohnt habe, fühlte ich mich auch nicht wohl. Aber sie war für alle offen.
Manchmal denke ich, dass eine WG doch viel schöner gewesen wäre. Eine dreier oder vierer WG. Vielleicht unternimmt man Sachen mit den Mitbewohnern oder kocht mit denen. Hier ist das eigentlich nicht der Fall. Es hat hier verschiedene Bewohner, die gehen aus der Küche, wenn Menschen drinnen sind. Und begrüssen muss man die anderen auch nicht.
Aber warum ich nicht ausgezogen bin? Die erste Zeit war es richtig cool. Da war ich noch mit Mitbewohnerinnen unterwegs. Doch als sie dieses Semester ausgezogen sind, hat sich die Sache geändert. Nun, da ich hoffe, nur noch bis Ende Jahr zu bleiben, lohnt es sich fast nicht mehr auszuziehen. Oder ich bin einfach zu faul mit etwas neues zu suchen.  Vielleicht ist es auch Erfahrung, denn wenn du was schönes hast, bleibt dir das nicht lange. Oder du wirst es eh nicht bekommen oder erreichen. Irgendwas gibt es immer, was dir da den Strich durch die Rechnung macht. So sehr du dich auch gefreut hast.
So werde ich keine WG-Parties miterleben können.

Salut und weg

Was ich wirklich absolut hasse und nicht ausstehen kann, ist wenn jemand in der Küche ist und nicht spricht. Da komme ich mir irgendwie fehl am Platz vor.
Man begrüsst sich zwar sehr freundlich (wie kann man denn das sonst machen? Man kann ja nicht wie Chuck Norris gleich Roundhouskicks verteilen) aber eine weitere Unterhaltung scheint irgendwie nicht drin zu sein.
So finde ich es wirklich komisch, wenn zwei Personen in der Küche sind und jede macht ihr eigenes Ding. Niemand spricht. Beim Essen liest die eine, die andere schaut auf ihr Essen und die dritte nimmt das Essen mit und isst auf dem Zimmer.
Ja, jetzt werden die Schlaubies sagen:“Du wohnst ja auch im Wohnheim. Da ist das irgendwie anonymer.“ Ja, aber sooo anonym, dass man nicht mal mehr weiss wie die eine Person heisst, weil man noch nie mit ihr gesprochen hat, muss es jetzt auch wieder nicht sein.
Es war nämlich auch nicht immer so. Und in anderen Wohnheimen ist das auch etwas anders. Aber ja, ich weiss, mit der einen versteht man sich besser und mit jemand anderes einfach schlechter. Das ist GANZ normal und davon spreche ich nicht.
Ich spreche davon, dass man einfach manchmal den Mund nicht auf bekommt, wenn man die eine sieht. Dass man im Bus an jemand vorbei geht und beim Aussteigen fragt „warst du auch im Bus?“
Vielleicht gehe ich zu oft von mir aus und denke entweder zu viel nach – oder gar nicht. Interpretiere viel zu viel hinein und mir könnte das auch scheissegal sein. Nur ich fühle mich da nicht ganz so wohl und daher ist es mir das nicht.
Da bin ich wahrscheinlich einfach komisch.