Archiv der Kategorie: Ausflüge Schweiz

Gestrandet in Bern

Als ich einmal in Bern meinen letzten Zug verpasst hatte, dachte ich mir in die Stadt zu gehen und nicht dumm am Bahnhof zu warten. Aber es stellte sich als nicht gut heraus.
Zuerst wurde ich von Taxifahrern verfolgt, die dumm in der Altstadt herumfuhren auf gut Glück Gäste zu finden. So hielten sie neben mir an oder fuhren sehr langsam an mich heran.
Das fand ich sehr komisch und war etwas unangenehm.
Aber was mich erstaunte war, dass mich keine der Vielzahl von Leuten auf den Strassen ansprach. Zum Glück, denn ich war müde.
Als ich so entlang lief nichts ahnend und froh, dass mich keiner ansprach, sprach mich doch einer an.
Und der war schlimmer als alles andere. Denn er war penetrant bis aufs Blut. Er meinte, dass er in Bern wohnen würde und ich bei ihm schlafen könnte die Nacht. Ganz genau bei ihm impliziert dieses mit ihm. Je mehr ich ablehnte desto drängender wurde er. Aber da ich absolut zickig und einsilbig immer wieder ablehnte un zusätzlich meine Nummer nicht bekommen hatte, ist er abgezogen.
So kam es, dass mir der einsame Bahnhof ohne Menschen lieber und sicherer vorkam als die Stadt. Gerne will ich noch am Abend an die Aare, will aber gar nicht wissen was mich dort erwarten würde.
Dann habe ich halt doch am Bahnhof gewartet.

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kleine Stadtführung

der Tag danach

Jeden Morgen begrüsst Neuchâtel ihre Touristen und Einwohner am See mit den übriggebliebenen Sachen des letzten Tages. Im Sommer ist das besonders grossartig, denn da riecht man schliesslich auch das alte Bier.

Bier

Aber es ist ja nicht alles schlecht. Denn es gibt noch Kunst, die überall in der Stadt verteilt ist. Das hier hat mir besonders gut gefallen:
Kunst

 

Die Frage ist nicht, ob die Kinder das Kunstwerk sind, oder die weissen Regenschirme.

RegenschirmEs sind leider die Regenschirme. Das besondere daran: sie machen sogar Geräusche, wenn der Wind geht.

Oftmals habe ich den Lichtschalter an der Uni gesucht, allerdings nicht gefunden. Gedacht habe ich mir dabei nichts. Bis ich mich immer etwas bücken musste um diesen zu erreichen. Das ist nicht für grosse Menschen gemacht und auch für Normalgrosse ist es manchmal schon etwas problematisch.

Uni

Dabei heisst es doch: wer macht so etwas? Ach ja: because we can.

Abkühlung

Abkühlung ist gerade sehr sehr nützlich, gerade jetzt wo es so richtig heiss ist. Neulich war ich wieder in Bern in der Aare schwimmen. Was natürlich sehr sehr toll gewesen ist. Ich liebe Aareschwimmen und es ist wirklich eine tolle Sache. Da bin ich irgendwie wie eine Werbetante, die jedem den sie trifft das Aaarschwimmen vorschlägt. Wie auch immer, nicht nur in der Aare kann man schwimmen oder im lac de Neuchâtel. Beide haben etwa 24 Grad, was mir persönlich warm und fast zu warm vorkommt. Daher meinte ein Kollege von mir, dass man doch mal versuchen könnte hier zu baden. Da ich die Saarine nicht tief genug zum schwimmen kenne, konnte ich es fast nicht glauben. Aber es geht. Es gibt eine bestimmte Stelle, in der man baden kann. Und es ist wirklich toll. Ausserdem habe ich auch schon zwei junge Leute von der Brücke springen sehen. Gemeinsam rätselten wir, ob wir beide auch springen sollten. Aber entschieden uns doch dagegen, da es mir zu gefährlich war. Das schwimmen hat mir schon gereicht. Naja, eigentlich kann man es nicht wirklich hin und her schwimmen nennen, aber man kann sich bewegen und doch ein paar Züge machen. Was mir besonders gefallen hat, dass die Saarine nicht so warm ist wie die Aare. Vielleicht wäre es ein paar Leuten zu kalt. Ich empfehle es also jedem einmal in der Saarine zu versuchen. Auch wenn man es nur versucht. Man kennt das ja:) Ausserdem habe ich auch meine Lieblingsplätze an der Saarine wiederentdeckt. Denn gerade dort unten am Fluss fällt mir immer wieder auf, wie schön und idyllisch die Stadt eigentlich ist.

Bahnfahrten und Stationnamen

Ich bin Reisende, da ich pendle oftmals mit umsteigen, da gerade auf meiner Strecke gebaut wird. Deshalb sitze ich nicht nur in einem Zug und komme an den immer gleichen Haltestellen an, sondern an unterschiedlichen.
Meine Lieblingshaltestelle ist Muntelier-Loewenberg. Wenn die Durchsage kommt, klingt das nach einem kleinen Orgasmus. Denn das ist nicht einfach eine normale Aussprache, sondern die Stimme geht hoch und runter. Bald werde ich das noch aufnehmen und hier her stellen.
In Bern ist meine Lieblingshaltestelle Bern-Bethlehem. Dort hat es letzte Woche in einer Garage gebrannt. Was sich natürlich nicht sehr witzig ist, aber ich musste lachen. Aber es gibt sogar etwas noch besseres, da es einen eigenen Ort Bethlehem gibt.

Auch schön finde ich die Haltestelle „Münchenwiler-Courgevaux“. Das wird alles französisch ausgesprochen. So heisst es Müüünschwieel[e]r-Corschewo, obwohl da ein Ü steht wird es nicht so ausgesprochen.
Aber nicht nur Haltestellennamen sind toll und interessant. Auch die Strecken sind ab und an sehr abenteuerlich.

Von Neuchâtel nach Yverdon-les-Bains hat es teilweise Strecken, die sich kurven und krümmen wie eine kleine Achterbahn. So geht es dort immer hin und her und die Bahn schwingt sich immer von einer zur anderen Seite. Also nichts für Leute, denen es schnell schlecht wird. Dafür ist die Aussicht einfach super.
Von Fribourg nach Neuchâtel gibt es das äquivalent. Allerdings nur mit Kurven. Das ist super zum einschlafen.

Verwechslungen und Ähnlichkeiten sind natürlich auch sehr gefragt, wenn man mal nicht ganz genau hin hört. So habe ich bei der Haltestelle Gampellen Kapellen gemacht. Das eine liegt hier auf der Stecke nach Bern und das andere in Luxembourg. Auch wenn sich wirklich absolut anders anhört (mit Betonung) hat mich die Schreibweise andere Stadt erinnert.

Bald kenne ich wirklich jeden Weg nach Fribourg. Und da gibt es einige, da der Lac Léman (Genfer See) genau auf der direkten Luftlinie liegt. So kann man bzw. muss man über die rechte oder die linke Seite fahren um den See zu überqueren.

Aber man muss ja nicht weit reisen um an komische Namen vorbei zu kommen. In Fribourg – Villars sur Glâne gibt es eine Strasse, die heisst „routes des bitches„. Nein, es wird nicht das gemeint, was man all gemeinhin mit der englischen Aussprache ausdrücken will. Bitch (franz.) ist eine Hirschkuh. Und somit macht der Name einen anderen Sinn und verändert alles.

Anmachsprüche Teil 2

Am Freitag war ich mit einer Freundin in Bern im Kino und schauten uns den neuesten „Star Trek Into Darkness“ an. Auf den habe ich mich schon richtig richtig gefreut. Die 3D Effekte waren wirklich super. Aber ein klitzekleinen Kritikpunkt: Liebesgeschichte zwischen Uhura und Spock? Wie glaubwürdig: muss nicht sein.
Nun als wir am Bahnhof waren und an der Anzeigetafel nach dem letzten Zug suchten, erhielt ich wieder einmal die schönsten Anmachsprüche.
In Fribourg macht man das ja etwas brutal und nicht sehr nett. (siehe hier)
Aber in Bern macht man das komplett anders. Da geht man einfach zu der Frau, die sich gerade mit einer anderen unterhält und fragt: „Wo kann ich hier schiffe?“ Das ist toll und so vielsagend. Zur Antwort hat er allerdings bekommen „Dort wo die WC-Zeichen sind.“ Es hat sich daraus eigentlich auch kein tiefgreifendes Gespräch heraus kristallisieren können. Irgendwie schade.
Dann kam der nächste und meinte „ganz ganz attraktiv“. (Ok, ich hatte einen kurzen Rock an, aber das heisst nicht, dass ich Freiwild oder ähnliches bin.) Da meinte ich auch nur „Danke“. Aber zu mehr hat sein Mut wohl gefehlt, denn auch hier ging das so gut gestartete Gespräch einfach nicht weiter.
Leider hatten wir den letzten Zug verpasst und mussten den Bus als Nachtexpress nehmen. Von Bern kommt man halt immer nach Hause. Und wirklich überall hin. Die Busse fahren zwar sehr viel langsamer als der Zug, aber wir sind früher daheim gewesen als mit dem ersten Zug. So ist man relativ lange im Bus.
Und weil es auch so schön im Bus war, hat eine Person halbe Minute nachdem wir an einer Haltestelle hielten vor den Ausgang gekozt.
Wir hatten dann den nicht relativ angenehmen Geruch eine dreiviertel Stunde.
Alles in allem kamen wir gut nach Hause. Ohne weitere Anmachsprüchen und ohne weiteres Entleeren von diversen Mageninhalten.

Ski-Sport

Die Uni hat eine wirklich sehr grosse Auswahl an Sportaktivitäten. Gerade werden wahnsinnig viele Wintersportaktivitäten angeboten. Ski, Snowboard, Schneeschuhwandern, Langlauf. Tja, alles was man hier in den Bergen machen kann. Und hier ist man auch in einer super Location mit den Bergen. Man braucht gerade mal etwa eine halbe Stunde zu fahren und schon ist man dort. Und das ist nicht etwa 600 Meter, sondern 1800 Meter.
Darüber hinaus gibt es auch super Skilehrer.
Auch gibt es super Angebote für Ski, da man auch an verschiedenen Wochenenden gehen kann.

Ok, genug Werbung in nicht eigener Sache gemacht.
Heute war ich nach sehr langer Pause wieder auf den Skiern. Wir waren in La Berra in den Freiburger Alpen.  Und ich bin ja wirklich nicht soo sportlich, aber das hat wirklich mal wieder Spass gemacht. Wenn ich mich entspannen will, dann ist das weniger Sport, sondern ich gehe an den PC.  (über die Beziehung zu ihm  habe ich ja auch schon oft genug geschrieben). Sport ist da eher nicht so. (Wandern, auf den Berg hoch: nicht soo mein Ding)
Aber es war heute so super Wetter und mit Anweisungen ist es doch viel einfacher nach jahrelanger Pause wieder zu fahren.
Auch war der Schnee gut. Ja es hat hier noch Schnee. Nicht wie in den bayrischen Alpen, die man künstlich noch verschneien muss.
Obwohl ich habe auch dort ein paar Maschinen gesehen, die das machen.
Auf alle Fälle gehe ich nächste Woche noch mal. Noch kann ich es ausnützen, da wir keine Uni haben.

Peinliches was mir passiert ist?
Es gibt diese komischen Tellerlifte. Ich kann ja praktisch alle Lifte fahren, aber der ist mir irgendwie suspekt. Und da ich diesen irgendwie nicht nehmen konnte, bin ich am Anfängerberg auf die Nase gefallen. Aber, da ich auch über mich selber lachen kann, lag ich erst mal lachend da, bis ich wieder auf die Beine gekommen bin.

Und es ist ein Vorurteil, dass alle Schweizer snowboard oder skifahren können. Es gibt doch da ein paar Ausnahmen. Aber die bestätigen die Regel.
Denn es ist wirklich sehr verbreitet, sodass man auch in der Schule Skiunterricht hat und Skiferien. Bei denen gehen viele Schüler aus verschiedenen Kantonen ein paar Tage in die Berge und fahren Ski.  Leider weiss ich nicht mehr in welcher Klasse man das macht.

Kunstmuseum Bern

Am Freitag war ich mit einer Kollegin im Berner Kunstmuseum.
Dort wird eine Ausstellung „Gegenseitige Inspiration: Itten – Klee. Kosmos Farbe“ über Johannes Itten und Paul Klee gezeigt, die sich mit dem Thema der Farbe auseinander gesetzt haben. Die beiden Schweizer Künstler gehören zu den bedeutendsten Farblehrenden im 20. Jahrhundert.
Klees Kunst ist wahnsinnig vielschichtig und wird dem Expressionismus, Konstruktivismus, Kubismus, Primitivismus und dem Surrealismus zugeordnet. Auch hat er mit Künstlern des Blauen Reiters zusammengearbeitet.
Sowohl Klee als auch Itten wurden von Picasso inspiriert.
Itten kreierte den berühmten Farbkreis. Dieser spiegelt sich auch in seinen Werken wieder. So setzte er auf hell-dunkel-Kontraste.
Die beiden Künstler liefen sich immer wieder über den Weg. So beeinflussten sie sich gegenseitig.
Man muss nicht immer alle Bilder verstehen, aber die beiden Künstler haben doch sehr schöne Kompositionen mit Farben gefertigt.

Bilder von Klee:

die heroischen rosen

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Bilder von Itten

Der Farbkreis