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Zurück an der Uni

Seit einem Monat, fünf Wochen, bin ich nun wieder zurück aus der Tagesklinik direkt an die Vorlesungen der Universität gegangen.
Die erste Woche war es noch aufregend und neu. Man könnte sogar sagen, dass diese Woche wirklich gut gewesen ist. Ich war offen, entgegenkommend und bereit etwas neues zu machen.
Die zweite Woche war etwas anstrengender, denn die ersten Kontakte der ersten Woche waren schon verflogen. Es wurde nicht mehr begrüsst, es gab kein lächeln. Mit den meisten Leuten aus den jeweiligen Gruppenarbeiten hatte ich auch nichts zu tun. Das hat mich schon sehr deprimiert und langsam fing die Unlust wieder an. Doch die ersten zwei Wochen waren gut bis nicht schlecht.

Alles fing in der dritten Woche an. Die war sehr anstrengend, denn ich traf auf immer mehr Ablehnung seitens meiner Mitstudenten. Es fing mit den Medien-Vorlesungen an. Ich kam mir geschnitten und ausgeschlossen vor.

In der vierten Woche wurde ich mir bewusst warum ich ausgeschlossen werde. Ich hatte mit einer Gruppe von Schweizerinnen ein Referat. Während des Referats mitten in der Pause kam das Gespräch auf Sprache. Sie unterteilten Hochdeutsch, Schweizerhochdeutsch und Bühnendeutsch. Hochdeutsch ist das Deutsch aus Deutschland, das Schweizerhochdeutsch das Hochdeutsch eines Schweizers mit Färbung und Bühnendeutsch ohne Färbung. Auf alle Fälle werde ich nun ausgeschlossen, weil ich erstens Deutsche bin, zweitens Hochdeutsch rede und drittens vom Verhalten zu Deutsch bin.

So befinde ich mich langsam wieder in der Abwärtssprirale. Es macht mich wirklich traurig, dass man nicht normal miteinander umgehen kann. Es macht mich traurig, dass ich wirklich versuche mich zu integrieren ich es in bestimmten Situationen nicht schaffe. Ich verstehe Schweizerdeutsch mit allen Dialekten. Aber anscheinend reicht das nicht, denn ich müsste mich wie ein Schweizer verhalten. Ich weiss nur nicht wie sich ein Schweizer verhält, denn ich habe sehr unterschiedliche Leute getroffen. Aber auf so eine Ablehnung bin ich bisher nicht gestossen.

So kämpfe ich jetzt damit, dass ich mit der Einsamkeit der Universität zurecht komme – alleine Essen, alleine in Vorlesungen, alleine lernen, keine Mitstudenten für Studentenparties – , mit der Ablehnung in Vorlesungen und mit der Rückfallprävention.  Ich will nicht, dass mich jemand an die Hand nimmt. Ich hätte mich um ein besseres Miteinander gefreut: gegenseitiges ansehen bei Beiträgen während des Seminars, gemeinsame Tätigkeiten nach bestimmten Vorlesungen und nicht nur für genau diesen Zeitpunkt, damit man sich später wieder nicht grüsst oder redet.

Gleichzeitig wusste ich worauf ich mich ungefähr einlasse. Aber es macht es mir wirklich sehr schwer mich wieder hineinzufinden und die Motivation der ersten Woche wiederaufleben zu lassen.

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Freunde. und Arbeit?

Mittlerweile naht mein drittes Jahr hier. Was sich jetzt unglaublich lange anhört verging wie im Flug. Manchmal denke ich, dass das gar nicht so schnell vorbei gegangen sein kann.
In den Jahren habe ich unglaublich viele Leute kennengelernt. Ein paar habe ich wieder aus den Augen verloren und ein paar sind die ganze Zeit über geblieben. Natürlich habe ich auch mein Wissen etwas anhäufen können. Manchmal etwas mehr und manchmal etwas weniger.
Aber mittlerweile fühle ich mich richtig daheim hier. Es ist die Stadt und die Leute, die mir praktisch ein Zuhause geben. Deshalb habe ich gar nicht mehr das Verlangen nach München zurückzugehen. Und davor habe ich etwas Angst: zurückgehen. Hier bin ich alles gewohnt und hier kenne ich mich aus. Aus München wollte ich schon ewig weg und als es mir gelungen ist, konnte ich es erst nicht glauben. Jetzt will ich nicht mehr zurück.
Am liebsten würde ich hier bleiben.
Und da liegt der Affe begraben.
Gerne will ich ein Praktikum machen, aber ich habe einfach die Einstellung, dass ich keines finden werde. Das sind viele viele Gründe, die mich daran hindern richtig positiv darüber zu denken.
Neulich hatte ich ein Jobinterview, wo mein ganzer Lebenslauf auseinander genommen wurde. Dabei kam ich mir richtig richtig schlecht vor. Zwar habe ich nur eine Ausbildung, dann das Abitur gemacht und erst dann angefangen zu studieren. Also bin ich sowieso schon mal älter. Aber Ausbildung und Studium haben nichts aber auch gar nichts miteinander zu tun. Deshalb bin ich erstens älter als Mitbewerber und habe dadurch – für mich persönlich – einen Nachteil.
Denn ehrlich: Frauen in bestimmten Altern werden wegen potenziellen Kindern tendenziell eher nicht angestellt.

Identität

Mit irgendwas verbindet man sich immer. Die einen meinen es ist das Land von dem man kommt oder in dem man wohnt. Die anderen sagen, es wäre die Stadt.
Wenn ich gefragt werde, woher ich komme, sage ich „München“. Ich sage nicht Deutschland oder Bayern sondern einfach nur die Stadt. Warum ich das mache? Ich glaube, ich habe einfach keine Lust den ganzen Rattenschwanz hinterher zu beten. Wenn ich sage Deutschland, dann wird gefragt welche Stadt. Und voilà man ist gleich ohne grosses herum gerede fertig.
Aber wie fühle ich mich zu der Stadt gehörig? DAS ist eine ganz andere Frage. Dort wohnen Freunde und dort ist Familie. Aber ich kann mit Fussball nichts anfangen und mir absolut egal, ob Bayern nun gewinnt oder nicht. Auch gehe ich nicht jede freie Stunde zurück. Mit meinen Freunden und der Familie skype ich. Es gibt schon Momente, in denen ich einfach gerne wieder zurück will. Aber das hat eher mit den Geschichten, die ich erzählen wollen würde, zu tun. München vermisse ich als Stadt gar nicht. Eher die Leute, die dort sind.
Auch vermisse ich nicht die Einstellung, dass es so viel besser ist aus München zu sein. Nein, ich muss ehrlich sagen, dass ich viele Sachen anders hätte machen wollen, diese aber nicht machen konnte. So habe ich zu der Stadt einfach kein Bezugspunkt mehr. Und will auch nicht unbedingt zurück. Ich will wieder etwas anderes sehen.
Also habe ich weder die Identität aus Bayern noch die Identität aus München.
In einem Punkt: Schweizer Bier ist etwas gewöhnungsbedürftig, da ist das bayrische schon etwas besser. Wie es in anderen Ländern aussieht weiss ich nicht. Belgisches soll auch sehr gut sein, aber das habe ich noch nie getrunken.

Praktikum: tbc

Seit einiger Zeit suche ich ein Praktikum. Aber es gestaltet sich einfach schwieriger als gedacht. Mir war schon klar, dass es nicht einfach werden würde, aber so schwer hätte ich es auch wieder nicht gedacht.
Auch sind ein paar extra klasse Personen mit dabei. So bekam ich eine E-Mail von einem Unternehmen, das mich um einen Rückruf gebeten hat. So rief ich dann an und bekam den Eindruck, dass die Bewerbung gar nicht durchgelesen wurde. Er fragte mich Dinge, die ich in das Anschreiben schrieb. Nun ja.
Aber was wirklich deprimierend ist, dass man nicht weiss, ob man wirklich nicht in das Unternehmen passt oder bei der Bewerbung irgendwas falsch macht. So hängt ja doch noch sehr viel an der Präsentation und an dem Anschreiben an. Da man dies immer wieder durchlesen kann überstrahlt es verschiedene Dinge.
Diese Standart-Absagen sind wirklich auch nicht besonders toll. Vor allem „Nehmen Sie es nicht persönlich…“ und „Für den weiteren Werdegang wünschen wir Ihnen viel Erfolg.“  Klar müssen sie irgendwas hinschreiben, aber mich würde es einfach interessieren warum. Liegt es daran, dass ich mich falsch aufgestellt habe oder liegt es an der mangelnden Berufserfahrung. Oder liegt es an etwas ganz anderem. Man weiss es einfach nicht.
Nun ja, mir bleibt eh nichts anderes übrig als weiter zu schreiben und mich weiter zu bewerben.

alles unter einen Hut?

Ja was sollte man nicht alles tun? Manchmal denke ich, dass ich zu wenig mache. Da andere zusätzlich und neben Studium noch arbeiten. Und gleichzeitig frage ich mich, wie schaffen die das? Wie schaffen die es sich auf die Prüfungen vorzubereiten und nebenher zu arbeiten?
Weiss ich nicht, ob ich das könnte. Beziehungsweise ich müsste einfach etwas weniger machen, oder ein besseres Zeitmanagement haben.
Aber sechs Prüfungen vorbereiten, lernen und noch lesen bis man einfach nicht mehr will, Fachschaft, Bewerbungen schreiben und Freunde treffen und mit den daheim gebliebenen im Kontakt bleiben bleibt für viele Sachen keine Zeit. (wie etwa ab und an hier schreiben).
Ja, manchmal fühle ich mich schlecht, da ich weniger mache als andere und nicht arbeite. Obwohl ich hier schliesslich arbeiten könnte. UND gleichzeitig weiss ich, dass ich das fast nicht mehr irgendwohin rein schieben kann.
Ich bewundere die Leute, die alles unter einen Hut bekommen. Ich kann das nicht.
Manchmal denke ich auch noch über mein Alter nach. Normal ist es ja, wenn man direkt nach dem Gymnasium (nach dem Auslandsaufenthalt) zum Studieren anfängt. Nun, ich hatte weder einen Auslandsaufenthalt (daher musste ich französisch „nachholen“) noch direkt nach der Schule einen Anschluss zum Studium.
Ich habe zwar schon gearbeitet, aber ich glaube nicht, dass mir das von Vorteil sein wird.